Mittwoch, 16. Dezember 2009

Weihnachtliche Gruesse

So, liebe Sportsfreunde, der Volleyball-Wettbewerb hat ein Ende gefunden und ich muss sagen, erstklassig!! Wir hatten aber auch viel Glueck, sowohl Halbfinale als auch Finale haben wir den ersten Satz verloren und den zweiten gewonnen. Beim dritten dann jeweils, glaube ich, 15 zu 13 gewonnen.














Der froehliche Benjamin mit dem Pokal, beide sollten dann von innen auch nicht lange trocken bleiben!














Das sind wir vom Projekt trabajadores, stolze neue Erste. Darueberhinaus neue Besitzer von Thermoskannen!

Mein Chef, der Zenon, der hat ´ne Frau. Und auch die arbeitet mit armen Leuten und zwar mit Frauen aus El Alto, also die Hochebene, wo "Armut reichlich" vorhanden ist. Mit denen macht sie Handwerkskunst und im Dezember haben die ein Geschaeft in der Touri-Einkaufs-Zone eingeweiht und eroeffnet.














Erst alles nicht soooo beeindruckend. Das Highlight war dann auch eine schoene Power-Point-Praesentation, die aufgrund von Platzmangel an der Decke stattfinden musste. Leider kein gutes Bild geworden zwecks blitzfrei. Ein Fotograf muss eben diskret arbeiten. Viele Kleider und Taschen wurden praesentiert, aber wie es eben so ist: Das Schoenste zum Schluss - die Haeppchen, hehehe.

Vor drei Wochen habe ich hier dann auch das erste Mal einen Friseur von drinnen gesehen. Eine bolivianische Dienstleistung von 1 Oiro 20. Und ich muss sagen, dem Preis entsprechend ok, also ich bin zumindest mal nicht nach Hause gegangen und habe mich in meinem Zimmer eingeschlossen um zu weinen... Mir wurde aber gesagt, in der "Friseur-Meile" machen sie´s fuer 70 Euro-Cent, da seien sie aber auch alle vom anderen Ufer. Jeweils ein gutes Argument fuer pro und contra, da mal hinzugehen!


Zum Jahres- und Projektabschluss habe ich nicht nur fast all den Schuhputzern und Verkaeuferinnen meines Projektes ihr Geld zurueckgegeben, sondern mit einigen, die zu Anfang des Jahres einen Zielsparplan entworfen haben, ging ich dann auch eben diese Ziele verwirklichen, indem ich meine Sparerinnen zum Einkauf begleitete.


















Hier sehen wir die Sofía, Mutter von zwei Kindern und jetzt auch einem Gasherd.














Und hier die María Luisa, die man nie ohne ein paar Koka-Blaetter zwischen ihren Backen sieht, darum swaetzt si auck imma ain bisse undeudlick... Sie war bei der ersten Verabredung eine dem bolivianischen Brauch angepassten Stunde zu spaet (da war ich schon weg) und bei der zweiten und dritten tauchte sie gar nicht erst auf. Irgendwann hat´s dann aber doch geklappt und zum froehlichen Abschluss gab´s noch ne kleine Coca-Cola.
Zu den zwei angesprochenen Cocas:
1.Das Koka-Blatt wird hier nicht als Droge definiert. Die Blaetter werden in den Mund gesteckt, um sich da eine Zeitlang anzufeuchten um beim Kauen nicht zu zerbrechen. Wenn sie gut feucht sind (habe gelesen, das kann bis zu einer dreiviertel Stunde dauern, fuer mich tut´s da auch ne halbe Minute), kaut man drauf los. Man befindet sich jetzt dann auch nicht gerade im Delirium, spuert kurz aber schon ein bisschen was.
2.Die kleine Cola-Flasche gibt´s fuer einen Boliviano, sehr beliebt, mit Pepsi dicht auf den Fersen!

Am 6. Dezember kam nicht nur der Nikolaus (jeder Volontaer hat jedem anderen was in seinen Stiefel gestellt), sondern auch der Evo! Damit meine ich den seit 2005 ersten indigenen Staatspraesidenten von ganz Suedamerika , er nennt sich Evo Morales (hier verstaendigt man sich nur mit den Vornamen von Politikern) und hat am 6.12. seine zweite Amtsperiode fuer Boliviens Staatsfuehrung gewonnen. Da hatte auch der gute Manfred, einer seiner Mitkandidaten, keine Chance!! Eine Mehrheit von 62%. Jetzt wird hier allerdings auch befuerchtet, dass sich da so was wie die Geschichte Kubas, also Sozialismus, anbahnen koennte, weil er sich eben so stark fuer die arme, einheimische Bevoelkerung einsetzt.



Es gab, wie Ihr Euch vielleicht erinnert, schon eine grosse Kirmes von der fundación. Und Bayern verhaelt sich zum Saarland, wie gross zu - naaaa? - genau: klein!!
Eine kleine Kirmes also, von den Muettern und Betreuerinnen des arco-iris-Kindergartens organisiert. Da gab´s alles in klein, sogar die Gerichte wurden nur als Kinderportionen angebietet.














Die kleinen haben sich als Erwachsene verkleidet und lustig getanzt.


Das letzte Mal habe ich von dem Ausflug in´s Blaue, aehh, Gruene berichtet, nach Jupapina. Das haben wir wiederholt, dieses Mal jedoch mit anderen Sparern. Es gab nicht viel Neues. Wieder das Picknick und schoene Spiele. Doch dann hat der Super-Papparazzi B.S., der hier lieber anonym bleiben moechte, das Skandalfoto der Volontaere geschossen:


















Jonathan und David: Dreamteam in einer Spielvariante von "der Fuchs geht um", oder tatsaechlich neues Traumpaar, das auch schon oefters auf der Friseur-Meile gesichtet worden sein soll ;) Man weiss es nicht. Nein, quatsch, das war da natuerlich spielregelbedingt, dass man sich einen Partner an die Hand nimmt und dann, wie bei ¨Der Fuchs geht um¨ um den Kreis rennt, nur eben zu zweit.

Kurz vor Abfahrt jedenfalls kam der Jonathan mit einer Kaktusfeige in der Hand und hat die gegessen. Ich war mega-beeindruckt und erwachsen wie ich bin, wollte ich das natuerlich nicht unversucht lassen. Er rief noch nach "Vorsicht Stachel!" und ich dachte nur: Yeah yeah, whatever. Mein Versuch, sie zu schaelen war mal wieder ein Schuss in den OOOoooofeeen, dann kam meine Chefin die Ana daher und meinte: "Lass das jemanden machen, der das kann". Waehrend sie zu schaelen versuchte, hatte ich was im Auge und habe mich gerieben. Einige Sekunden spaeter fiel der Ana die Feige auf den Boden und ich hatte wohl einen Stachel im Auge. Keine Gluecksmomente meinerseits, sag ich mal!
Waehrend der Rueckfahrt habe ich dann ununterbrochen in meinem Auge rumgepopelt, aber nichts schien rauszugehen. Es hat anfangs auch nicht wirklich geschmerzt. Als ich dann zum Augenarzt ging und der mit seiner Maschine reinleuchtete, meinte er, da sei auch nix drin. Im Endeffekt war´s dann eine Entzuendung, die sich Gott sei Dank mit Augentropfen entfernen liess. Am Augapfel ist wieder alles rundum gesund. Man muss halt aufpassen wie die Haftelmacher!
Seit meiner Kindheit dachte ich wegen dem Kaktus-Eis, der Kaktus sei mein Freund - so kann man sich taeuschen.
Zwar ging´s meinem rechten Aeuglein wieder gut, doch gleich darauf meldete sich mein Weissheitszahn aus seinem hinteren linken Eck, aber lassen wir das...


Seit dieser Woche habe ich meinen Arbeitsplatz wechseln muessen, den ich bis Ende Januar dann belegen werde. Dieser befindet sich im Maedchenheim "Niñas Obrajes". Urspruenglich wollte ich in´s Casa Esperanza, dem Jungenheim, das schon bei den Kennenlerntagen als Favorit in´s Rennen ging. Ueber die Weihnachtsferien, wo viele der Angestellten Urlaub haben und auch die auf der Strasse agierenden Projekte nicht stattfinden, durften insgesamt vier Volontaere in das Jungenheim gehen, es wollten aber fuenf. Wenn Adam Rieses Theorie der Mathematik wirklich der Wahrheit entspricht, war das also einer zu viel. Wir haben schliesslich ausgelost und die Lottofee war mir nicht hold. Im Endeffekt vielleicht aber doch, denn es gefaellt mir bis jetzt wirklich gut mit den Maedels. Die Mehrheit ist liebenswuerdig und aufgeschlossen.

Ja, soweit mal von mir. Euch Lieben zu Hause wuensche ich wunderschoene und besinnliche Weihnachten und geruhsame Feiertage und wenn ich schon dabei bin auch noch einen guten Rutsch in´s Jahr 2010!!!
Fragt mich nicht nach Vorsaetzen, die werden eh nicht eingehalten!
Von Weihnachten berichte ich dann natuerlich!
Bleibt allesamt gesund!!!

Benny

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Novembertage

So, es wird wieder einmal Zeit, was von mir hoeren zu lassen, denn ich weiss, ich mach das nicht so haeufig!

Das letzte Mal habe ich ja von dem Friedhofsbesuch an Allerheiligen berichtet - hier kommen mal ein paar Bilder!




















War echt krass ueberfuellt der Friedhof, sieht man hier auf dem Bild vielleicht nicht ganz so gut, aber man musste sich schon durchdraengen! An den Waenden, die man hier sieht, werden die Saerge eingeschoben. So Graeber, wie man sie in Deutschland kennt, gibt es auf diesem Friedhof nicht, nur auf dem fuer Reiche.























Hier sieht man mich nach meinem ersten Gebet mit meinem stolzen Gewinn, ich nannte es "Fury" und da wusste ich noch nicht, dass noch viele folgen sollten und ich mit einer vollen Tuete Brot und Kleingebaeck heimgehen wuerde. Als ehemaliger Ministrant war ich da quasi der King beim Beten.


Es gab im November auch ein projektinternes Fussballturnier mit Schuhputzern und Verkaeuferinnen. Auch wir Volontaere haben mitgemacht und wie am Anfang habe ich wieder mal alles gegeben ohne zu ahnen, dass ich noch nicht wirklich an Hochleistungen hier oben gewoehnt bin. Ich bin wieder mal schnell ziemlich ausgepowert gewesen und habe somit auch nicht unerheblich dazu beigetragen, dass wir alle Spiele verloren haben...
















Ruben in Aktion

Darueberhinaus findet derzeit ein allsamstaegliches Volleyballturnier statt, das wir schon seit vielen Wochen austragen und diesen Sonnabend (boho, was fuer eine Umschreibung!) finden Halbfinals und Finals statt und meine Gruppe ist qualifiziert, yeah. Das habe ich meinem ehemaligen Sportlehrer Herr Nitschke zu verdanken. Wo immer Sie jetzt auch sind und was Sie tun - danke!
















Ich hoffe, wir gewinnen, meine Chefs waren immer so enthusiastisch mit dem Trainieren, dass wir uns schon immer Ausreden vorher ausdenken mussten!

Aber nichtsdestotrotz, meine Chefs sind schon wirklich nett und herzlich. Man kann echt viel Spass mit ihnen haben.
















Hier zum Beispiel (von links nach rechts Zenon, Ana, Carmiña - die Chefs - Jonathan und David - die auch in dem Projekt sind) waren wir eines Nachmittages im Haus der Volontaere, denn nach viermonatigem Training, in dem es da nur dich, das Ei und die Pfanne gibt, habe ich eingeladen zum ultimativen Spiegelei-Contest! Die Bedingungen waren ein Ei und zwei weitere Elemente. Meine Wahl war hart, ich entschied mich fuer Kaese und Paprika - nicht ganz der Klassiker, aber auch nichts aussergewoehnliches. Das vom Zenon ist verbrannt und Carmiñas war jetzt nicht so der Renner, so dass David und ich den ersten Platz belegten. Preise gab´s leider nicht...



Jetzt zum Jahresende gibt es viele Aktionen und Geschenke fuer die ganzen Sparer. So haben wir eines Tages auch einen Ausflug nach Jupapina (etwa: dem Land der Ananas) ins Gruene gemacht, raus aus der Stadt!















Das sind die Verkaeuferinnen, mit ihren Roecken und Zoepfen Cholita genannt, beim Kicken. War echt lustig, wie die sich da auch immer ins Zeug reingelegt haben.
Es gab noch andere Gruppenspiele, war ganz schoen, der Ausflug!

























Viele hatten auch ihre Kinder mitgenommen, auf die wir dann aufgepasst haben. Eins von denen, dass ich auf dem Arm hatte, hat mich angefurzt, ein anderes hat nur geschrien; war trotzdem nett.



















Sehr beliebt hier ist auch das apthapi, das wir da auch gemacht haben: Ein Picknick, wo jeder eine Beilage mitbringt und sich jeder dann das auf den Teller schoepft, wonach ihm ist. Links im Bild sieht man auch den padre, der da auch da war und eine Messe abgehalten hat.


Der Volontaersausflug fand in Tiwanaku statt, einer alten Ruinenstadt oder so was. Wer mich kennt, weiss, dass ich auf solchen Fuehrungen ueber alte Sachen schnell und gerne die Konzentration verliere (wie im Geschichtsunterricht halt immer). Und wenn dann die Statuen nicht uebertrieben interessant sind, dann muss ich zugeben, dass ich nicht viel davon berichten kann (so wie jetzt, oder dementsprechend in den Geschichte-Klassenarbeiten).



















Wir hatten strahlend blauen Himmel!!! ...ach ja, eine der Statuen!























Das sind Christian und ich beim Verspotten der Statue.
















Lustige Gesichter aus Stein...




Dann gab es noch eine grosse Taufe innerhalb der fundación. Das waren glaube ich um die 80 Taeuflinge, alle vom padre und einem anderen Priester geweiht!
Das alles fand in der Kirche San Francisco statt. Schoene Feier muss man sagen.




























Viele Volontaere waren auch Taufpate von den Kinder in den Heimen und eine Volontaerin hat sich sogar selber taufen lassen:















Die Marcia wurde also vom padre getauft, mit Krissi und Jonathan als Paten und Joni, Ani, Clemens und ich und viele mehr als Papparazzi.


Jetzt muss ich auch leider schon wieder los - Volleyballtraining!

Sonntag, 1. November 2009

Bolivianische Gewohnheiten

Nun befinden wir uns schon im Monat November und ich habe nunmehr schon ueber ein Viertel meines Dienstes abgeleistet... Wir alle haben uns inzwischen schon ganz gut an bolivianische Sitten, Gebraeuche und die zahlreichen, gravierenden Unterschiede zu Deutschland gewoehnt!
Nur unsere europaeischen Maegen sind ihren Aufgaben hier noch nicht so richtig gewachsen, es gibt immer mindestens einen Volontaer, der oefter auf der Schuessel sitzt, als im Bus zur Arbeit. Beliebt hier ist das sogenannte Choripan (heisse Knoblauchwuerstchen in einem Broetchen, die erst ab 6 Bollis empfohlen werden, da die billigen zumeist mit Eselfleisch oder weiss Gott was vermischt werden). Als jakob, ein Volontaerskollege, ganz froh und stolz verkuendet hatte, er habe auf der Strasse einen Stand mit Choripan fuer 2 Bolivianos (Jakob + Choripan = Jacky Pan) gefunden , wusste er noch nicht, dass er es am darauffolgenden Tag bereuen sollte. Fieber und Durchfall suchten ihn heim als Resultat seiner Preis-Leistungs-verhaeltnismaessig guenstigen -im Endeffekt doch teuren- kulinarischen Expedition.

Die Trendmode hier in Bolivien ist auch definitiv anders als in Deutschland: Wenn man durch die Strassen laeuft, dann kommt man auf jeden Fall an Jugendlichen und auch Erwachsenen vorbei, die mit dem guten alten Yoyo ihre ganze Freude ausleben. Man moechte meinen, in Deutschland waeren solche Leute heutzutage out (sind sie meiner Meinung nach auch -.-), aber hier gibt es noch ganz andere Dinge, worueber so manch Deutscher lachen wuerde, wie Dragonball Z. Gut und gerne hoert man hier auch noch die deutsche Kultband "Modern Talking". Mein Chef ist da voll Fan von!

Wenn ich an mein Spanischbuch von damals denke, dann faellt mir auch auf, dass hier zu "E-Mail" niemand als Verniedlichungsform "Emilio" sagt, worueber ich auch schon ausgelacht wurde... Auch "así así" fuer "geht so" oder schlicht und einfach "geht" sagt hier keine Sau. Aber ist ja offensichtlich, dass es hier im suedamerikanisch gebraeuchlichen Castellano einige Unterschiede zum Spanischen gibt, bin jedoch ganz froh, dass in Bolivien ziemlich klar und deutlich gesprochen wird!

Zu den letzten Herumreisereien, die ich gemacht habe, kann ich nun auch einiges erzaehlen:
Vor ein paar Wochen war ich in Chulumani, das ist in den Yungas, also in der Humidzone. Da gibt es so viel Fruchtanbau, dass man zur Hochsaison 250 Orangen zum Spottpreis von drei Bolivianos kaufen kann, wie uns gesagt wurde! Acht Stueck auf einen Eurocent! Auch die riesige Kultur der Kokablaetter wurde uns vor Augen gefuehrt:














Hier werden sie getrocknet, die kaubaren Blaetter.

Es gab auch einen Touristenhof, den wir einen Tag besuchten mit Papageien, Schildkroeten und Hunden. Die Hunde sind so riesige Doggen, die uns dann den Weg zu einem Fluss fuehren sollten. Das haben sie auch dann getan, auf halbem Weg hatten sie aber ploetzlich keine Boecke mehr und liessen uns zurueck. Ein Grund, warum ich Katzenmensch bin...
Zuruck an dem Hof melkten wir dann noch eine Kuh im Stall.















Ein Stueck Heimat...

Auch die Heimfahrt war erlebnisreich kann man sagen. Mit dem Bus durch die Yungas ist ja schon ganz schoen. Wenn dann aber mittendrin das Benzin zur Neige geht, ist das dann erst mal nicht mehr so cool... Doch diesen Moment habe ich extra festgehalten!














Da stehst du dann und weisst erst mal nicht weiter. Sachen packen - Daumen raus, war dann die Devise! Und wir hatten Glueck, auf einem Picker durften wir uns hinten auf seine Ladeflaeche setzen und dann ging´s open air durch die Yungas. Das war mal viel cooler, als so ein wackliger Reisebus, der dich nicht mal einen von den 40 Bollis Fahrtgeld wieder sehen laesst. War echt schoene Rueckfahrt!!!

Der oktober´sche Ausflug der Volontaere fand im sieben-acht Stunden entfernten Cochabamba statt. Unter den Volontaeren habe ich mir dank meinem Lonely Planet Buch den Touristentitel unter uns geholt!















Das Buch fuehrte uns erstmal zum Fruchtsalat essen. Da sind der englische Roger, Joni und ich (von rechs nach links) zu sehen!
Cochabamba ist vor allem fuer seine Kueche beruehmt, das haben wir dann natuerlich auch ausgenutzt und waren oft essen (und wer konnte mit seinem Buechlein die guten Restaurants vorschlagen, na?)

Wir nahmen einen Spaziergang zu einem ausserhalb gelegenen Bad, das heisses Wasser versprach:


















Das ist die Stephi auf dem Weg




















Am naechsten Tag gingen wir dann nach Rio de Janeiro um vor seiner beruehmten Jesusstatue ein Touristenfoto zu schiessen! Quatsch, wir waren natuerlich nicht mal so auf Tagtrip in Brasilien. Diese Statue ist nur ein bolivianisches Plagiat aus dem Jahre 96, wenn ich es recht weiss (muss zugeben, ich interessiere mich nicht so fuer die Daten). Das klischeehaft vorbelastete Touri-Foto haben wir uns dennoch nicht nehmen lassen!
Ja, war auf jeden Fall cool in Cochabamba, da konnte man nachts wie im Urlaub mit kurzen Hosen raus, so schoen warm ist´s in La Paz leider nicht...

Zurueck in La Paz mussten wir dann feststellen, dass bei unserem Waschbecken Rohrbruch aufgetreten war. Weder Werner Beinhart noch Super Mario, die wohl beruehmtesten Klempner, waren nicht anwesend und so mussten wir warten, bis der arco iris Klempner kam.


















Hier(Beweisfoto) sieht man den betretenen Jakob, der nicht nur wegen Ueberflutung, sondern auch wegen der bevorstehen Wasserrechnung einen enttaeuschten Eindruck macht ;-)

Allerheiligen wird in Suedamerika anders gefeiert als in Deutschland.














Ein paar Tage vorher wird zunaechst einmal Brot gemacht, so wie das hier gerade Carmiña und Ana, zwei der Chefs in meinem Projekt, vorfuehren. War mal wieder ganz cool, so ein bisschen in der Baeckerei zu sein! Das Brot wird dann fuer den día de los muertos, den Tag der Toten(Allerseelen in Deutschland) benoetigt! Da ist die ganze Stadt auf dem Friedhof und ein jeder gedenkt seiner Verstorbenen, indem er vor dem Grab sitzt, betet und ihn damit wuerdigt, die Lieblingsspeisen des Toten mitzubringen. Vor allem ist es eben ein grosser Brauch, Brot mitzubringen. Als Aussenstehender, wie wir, wird man dann gefragt, ob man fuer die Angehoerigen ein Gebet zum Himmel schicken kann. Und wenn man dann einmal angefangen hat, dann kommt man da auch nicht mehr so schnell weg als Weisser, weil jeder will, dass man betet. Einige von uns wurden dabei von den Friedhofsbesuchern sogar gefilmt... Wenn man dann gebetet hat, kriegt man auch danach immer das Brot, das alle auf den Friedhof mitbringen, sodass man dann mit einer grossen Tuete voll (schon leicht hartem) Brot nach Hause kam!

Das sind so ein paar Unterschiede, die man halt so in Deutschland nicht kennt!

Dienstag, 29. September 2009

Trojaner und Wurm Good Byyyye!!!

Jaaaahh, endlich ist der Virus von meiner Speicherkarte weg! Ich kann Bilder zeigen, yeah!

Ich hab ja schon erzaehlt von den Erlebnissen, dann folgen jetzt die Bilder. Ich fang mal an mit der Death Road:














Die vier linken sind Jonathan, ich, Anna und Clemens(ito). Wir vier sind sie runtergefahren, der ganz rechts war Mike, der Amerikaner. Das war bevor wir uns umgezogen hatten. Es war an einem schoenen See (in den ich auch reingepinkelt habe, falls es jemanden interessiert...)


















Das war die Aussicht von ganz oben, da hat man schon Lust bekommen, runterzufahren!















Und die Strasse da im Hintergrund lag zu dem Zeitpunkt noch vor uns. Das Wetter war leider nicht ganz klar, nichtsdestotrotz atemberaubend! Nachdem ich dieses Foto geschossen habe und um die naechste Kurve gefahren bin, lag auf einmal der Clemens halbtot auf der Strasse: Er wollte den anderen, die noch weiter vorne waren und die er sah, winken. Das hat er auch getan und ist deswegen hingefallen. Nichts weiter schlimmes, das bittersuesse ist nur, dass ihn niemand winken sehen hat...


So, am ersten Wochenende des Septembers fuhr´n wir uebern See uebern See, wir fuhren uebern ---! Der Ausflug nach Copacabana am Titicacasee war echt cool.


















Ein jedes hat eine Kappe einer Regenbogenfarbe (fundación arco iris - Fundación Regenbogen) bekommen. Nach Projekten aufgeteilt zogen wir dann durch den Wallfahrtsort, was von oben dann einen Regenbogen aus Menschen darstellte (ich war rot)!




















Kurz vor Daemmerung ueber dem Titicacasee. Es ist der hoechstgelegene schiffbare See der Welt mit 3810m, wie Rainer Waterkamps Reisefuehrer verspricht, und wir haben drin gebadet(ist auch dementsprechend kalt).
Bei Sonnenuntergang zogen dann alle mit Laternen (mit den gleichen Farben wie die Kappen) nochmal durch die Stadt zur Kapelle, in der am Nachmittag der Padre einen Gottesdienst gehalten hatte.
Danach gabs noch ne Disco mit allen und spaeter ins Bettli, wobei es keine Betten waren, duenne Matratzen waren das hoechste der Gefuehle, wir haben da in einem Moenchshof geschlafen.















Am naechsten Morgen sind wir dann den Kreuzweg den Kalvarienberg hochgelaufen, um den See im Morgengrauen zu geniessen. Ein Moment der Stille waehrend einem aufregenden und erlebnisreichen Wochenende - sehr angenehm.

Weiter geht´s mit der Fundacións-Kirmes eines schoenen Sonntags. Das Wetter hat super mitgespielt (Sonnenbrand inklusive). Zur Zeit findet naemlich der Uebergang in die Regenzeit statt, meine laessig auf der Leine rumhaengende, sich sonnende Waesche durfte das auch schon "aus heiterem Himmel" erfahren!















Das ist ein Eindruck der Kirmes. Die Paceña - Sonnenschirme repraesentieren das in La Paz gebraute Bier. Schmeckt mir eigentlich ganz gut. Ich merke, ich schweife ab in die Bierwelt...
Nein, also da war dann auch noch die Verlosung von der grossen Tombola. Einen Euro und grosse Hoffnungen habe ich investiert, aber die Gluecksfee war mir nicht hold, hab´s aber schon verkraftet :-P


Der Volontaersausflug des Monates September fand am Cerro Chacaltaya statt. Wir sind mit dem Bus auf 5050 Meter oder so gefahren und den Rest bis auf 5200 m hochgestiegen (ich glaub, die Daten stimmen nicht ganz, glaube aber auch, dass das jetzt nicht sooo interessant ist. Jedenfalls gibt es auch hier einen Superlativ, es ist naemlich das hoechstgelegene Skigebiet der Welt!)














Die Volontaersbetreuerin Johanna und ich. Die ist voll cool drauf, mit der verstehen wir uns einwandfrei, sag ich mal!

















Blick vom Chacaltaya aus, wieder mal nicht uebertrieben viel Glueck mit dem Wetter. Es hat dann auch angefangen zu schneien, hat aber noch nicht zum runterboarden gereicht.

Und am Freitag, den 02. Oktober konnte ich singen: "jede Zelle meines Koerpers ist gluecklich"
Da am Samstag Tag der deutschen Einheit war gab es von der Deutschen Botschaft ein Fest, bei dem deutsche Leute, in unserem Fall der Padre, eingeladen wurden. Der hat uns da dann auch mitgenommen.














Und das war das herrliche Essen, es gab lauter deutsche Sachen: Weisswurst, Frankfurter, Gulasch, Kartoffelsalat, Kassler, Feldsalat! Ich habe so viel gegessen, wie schon lange nicht mehr. Danach gab´s noch Schwarzwaelder und davor gabs Kaesebuffet. Ich habe schon fett reingehauen. Am Ende habe ich nochmal Kartoffelsalat draufgeschoepft, dann wars aber fast zu viel, sag ich mal. Jedenfalls bereue ich nichts und wuerde es jederzeit wieder machen!
















Am Ende der Party durfte ich dann noch auf ein Foto mit dem Padre, das ist er. Ich muss wirklich immer wieder auf´s Neue stauen, was er fuer ein Lebenswerk in 15 Jahren geschaffen hat und jetzt, da ich ihn auch besser kennenlernen konnte, feststellen darf, was er fuer ein von Herzen guter Mann ist. Auch sehr humorvoll ist er: Wenn man ihn fragt, wie lange die Regenzeit dauern wird, dann sagt er ganz trocken: "bis zum Ende!"

So, jetzt ist der Blog endlich mal wieder aktualisiert. Der naechste Eintrag kommt bestimmt!!!

Dienstag, 8. September 2009

Ausfluege

Zugegeben, es ist schon eine Weile her, dass ich das letzte Mal gebloggt habe. Und dazu kommt, dass ich nun keine Bilder von meiner Kamera auf den Computer speichern kann, da ich einen Virus auf meiner Speicherkarte habe. Man sollte halt schon aufpassen und nicht einfach in einen beliebigen Fotoshop gehen und da von der Speicherkarte aus Fotos entwickeln... Ich hoffe nur, ich kann die Fotos retten, sind echt viele und auch sehr schoene!

Ja es war viel los in den letzten Wochen und ich finde nicht mehr so viel Zeit wie in den anfaenglichen! Die Arbeit geht normalerweise bis um 5 Uhr, kann aber auch mal laenger sein. Wir hatten nun immer wieder Treffen aufgrund des grossen, alljaehrlichen Ausflugs der fundación nach Copacabana an den Titicacasee. Er fand am letzten Wochenende statt und mit den Angestellten und den ganzen beneficiarios, also denen, die in der fundación sind, fuhren wir mit 39 Reisebusen und sage und schreibe 1800 (in Worten eintausendachthundert) Leuten zu dem Wallfahrtsort zu Ehren der virgen Maria de Copacabana. Es war schon sehr beeindruckend. Es gab zwar sehr viel zu tun davor, wie Sandwiches fuer jeden zu machen und Getraenke in den LKW zu laden, aber der Ausflug war es wirklich wert. Leider (noch) keine Bilder fuer Euch -.-

Vor zwei Wochen haben wir Volontaere einen Ausflug zur Aufrechterhaltung des Gemeinschaftsgefuehls gemacht, das werden wir jeden Monat einmal machen, organisiert von der Volontaersverantwortlichen Johanna und man muss sagen, das Gemeinschaftsgefuehl besteht! Wir verstehen uns soweit alle echt gut untereinander, unternehmen viele Sachen gemeinsam und haben Spass. Als Ausflugsziel galt das valle de luna, das Tal des Mondes. Wie so viele Ausflugsziele ist auch dieses nicht weit entfernt von La Paz. Danach ging´s ins Coca-Museum. Hier konnte man alles ueber Coca-Blaetter und deren Verarbeitung lernen (wenn man denn auch wollte...)

Vorletztes Wochenende sind wir die beruechtigte Death Road mit dem Bike runtergeradelt. Sie heisst so, weil dort 1994 glaube ich die meisten Todesfaelle geschehen sind. Wenn man aber nicht gerade die ganze Zeit rumtraeumt und schon mal Fahrrad gefahren ist, passiert da eigentlich nicht viel. Einige von uns sind zwar immer wieder hingefallen, aber das konnte man in Kauf nehmen fuer so einen Ausflug (ich wuerde so gerne Fotos zeigen)!

Ja, es geschehen schon coole Dinge hier. Das naechste was ansteht ist ein Fest der fundación mit einer grossen Tombola. Ich werde auf jeden Fall teilnehemen, es gibt ziemlich coole Preise: Ein Laptop, ein Flug in die Staaten und der Hauptpreis ist ein Flug nach Europa, jaaaaaaa, Deutschland ich komme!!!

Das ist jetzt mal so was hier so passiert, ich versuche das mit den Bildern klar zu machen, wird schon...

Donnerstag, 20. August 2009

Nebensachen

Ja, es gibt einiges zu erzaehlen.
Ich habe jetzt vor einer guten Woche meine Arbeit begonnen. Macht mir bis jetzt viel Spass, obwohl es schon sehr anstrengend ist. Bis jetzt haben wir allerdings nicht nur auf der Strasse gearbeitet, sondern auch ein bisschen gebastelt, solche kleinen Kaertchen, die die Arbeiter erhalten und wo dann ihr Saldo festgehalten wird. Nach der Arbeit bin ich auch immer etwas erschoepft (ich habe nach dem Kindergarten wohl verdraengt, wie muehsam schneiden und kleben ist). Jedenfalls werde ich ein ander Mal mehr ueber meine Arbeit erzaehlen und heute mal eher ueber Freizeitgestaltung...

Eines schoenen Sonntags (der vor zwei Wochen) hat uns die Lust gepackt, nach El Alto zu fahren, da wir hoerten, es solle dort einen schoenen riesigen Markt geben. Und dem war auch so! Mega-gross, man kann alles kaufen und hat eine atemberaubende Aussicht ueber La Paz































Wirklich alles, was man sich vorstellen kann. Und da hab ich natuerlich auch reingehauen. Ich habe Batterien fuer meinen aus Deutschland mitgebrachten Funkwecker gekauft, um am Abend darauf festzustellen, dass der hier gar keinen Funk empfaengt...
Darueberhinaus habe ich eine bolivianische Muetze gekauft (Bild wird folgen) und ich habe das erste mal gehandelt hier: Ein Fernglas habe ich gekauft, das ich vielleicht mal auf Reisen gut gebrauchen kann und es war ein harter Kampf, die Verkaeuferin und ich haben uns gebattled und ich habe von 75 auf 60 Bolivianos runtergehandelt (jaaaaah, habe meine ersten 1,50 Euro gespart!!)


































Es gab auch alle moeglichen Tiere zu kaufen, wie diese Schafe hier. Als ich meiner coordinadora, meiner Arbeitsbetreuerin Carmiña vorgestern erklaeren wollte, was fuer Tiere ich auf El Alto gesehen habe, wusste ich allerdings nicht, dass Schaf oveja heisst. Natuerlich wusste ich auch nicht, was Wolle heisst und so war es nicht ganz einfach, ihr den Begriff zu erklaeren. Letzten Endes hab ich einfach ein saloppes maaaeeehhh von mir gegeben, dann erst ist der Funke uebergesprungen.

Am Dienstag darauf waren wir dann auf dem Konzert von Daddy Yankee. Wir waren zwar etwas entfernt von der Buehne und statt halb 9 fing es zwei Stunden spaeter an. Aber es war dennoch ganz cool und hat viel Spass gemacht.















Inzwischen hab ich auch schon zweimal meine Waesche gemacht und Mama, du kannst stolz auf mich sein, die Waesche ist nicht eingegangen!!
Mit dem Loch in meiner Zimmertuer habe ich mich schon laengst abgefunden und die kaputten Schubladen von meinem Schrank hab ich wieder irgendwie zum laufen gebracht.
Auch beim Kochen muss man sich umgewoehnen, denn aufgrund der Hoehenverhaeltnisse ist der Luftdruck geringer, was zur Folge hat, dass hier das Wasser schon bei 90º oder so kocht. Ein Fuenf-Minuten-Ei schmeckt hier also etwas weicher.

Letzten Sonntag wollten wir alle eigentlich die Death-Road mit dem Fahrrad runterfahren, ist aber leider ins Wasser gefallen, also jetzt nicht das Fahrrad, sondern die Tour. Stattdessen habe ich meinen Reisefuehrer geschnappt und eine Walking-Tour durch La Paz gemacht. Er versprach mir farbenfrohe Hochzeiten an der Iglesia San Francisco, dem war nicht so. Danach ging ich ein paar Strassen entlang, wo man ebenfalls sehr viel kaufen konnte. Ich habe wiederum meine mega-ausgefeilten Verhandlungskuenste spielen lassen und einiges Geld liegen lassen.
Es ging auch durch den Schwarz- und den Hexenmarkt. Dort kann man abgetriebene Lamafoeten kaufen (siehe unten), die irgendwie als Gluecksbringer beim Hausbau miteingebacken werden.














Es gibt auch immer wieder witzige Missverstaendnisse: Als wir mal Essen waren und ich ein Wasser bestellte, fragte mich die Bedienung "con gas?" also mit oder ohne Kohlensaeure und ich habe verstanden "con Glas?" und habe gar nicht geschalten, dass die Bedienung ja kein Deutsch spricht und einfach ja gesagt.

Jo, ansonsten sind inzwischen schon einige der Volontaere krank gewesen (Salmonellen und Verdacht auf Schweinegrippe heisst es), auch ich fuehle mich dieser Tage nicht allzu fit, aber nichts schlimmeres, als ich es sonst immer hatte. Also ein bisschen erkaeltet und etwas Unwohlsein, denke aber, dass ich weiterhin auf der Arbeit erscheinen kann.

Ich hoffe, bei euch allen ist alles klar. Habe gehoert, es soll gerade ziemlich heiss sein in Alemania.

Liebe Gruesse an euch alle!!

Mittwoch, 12. August 2009

Die Entscheidung ist gefallen!

So, gerade haben wir uns entschieden, welche Projekte wir ab morgen machen werden.


Nach einem ziemlich entspannten Wochenende fing am Montag alles mit der Arztuntersuchung an. Urinprobe, Blutabnahme, Allgemeinuntersuchung, Roentgen und schliesslich noch der Zahnarzt. Bei allen Volontaeren ist alles in Ordnung, bis auf die immense Menge an Karies an eben den Zaehnen, wo wir mal Fuellungen bekommen haben... da hilft auch die neue elektrische Zahnbuerste nicht weiter. Ich werd´s mal mit Zahnseide probieren.

Am Montagmittag fingen wir dann an, die Projekte zu besuchen. Ich ging mit einer anderen Volontaerin in´s Hospital von der Fundación. Morgens Patient - Mittags Chefarzt.
Ne, so war´s dann auch nicht, erstmal durften wir in die Mitarbeiterkantine, weil wir noch zu frueh dran waren. Ich war erstaunt, denn es gab tatsaechlich Linsen mit geschnittenen Saitenwuerstchen drin. Zwar keine Spaetzle dazu, hat aber echt gut geschmeckt. Das Essen hier ueberhaupt geht ziemlich gut runter. Es gibt immer Suppen zur Vorspeise, dann meistens was mit Huhn und Reis, bzw. Gemuese und zur Nachspeise eine Frucht.
Zurueck zum Hospital: Nach dem Essen und etwas Wartezeit bekamen wir Arztkittel. Ich fuehlte mich einen Moment wie J.D. nur ohne Stetoskop. Allerdings war es dann um ehrlich zu sein etwas enttaeuschend, da die ganzen Mitarbeiter offenbar nicht richtig wussten, dass wir kommen wuerden. So wurden wir immer wieder vom einen zum anderen geschoben, ohne jetzt richtig in Erfahrung zu bringen, was wir so tun muessen.
Ich habe mich dann auch nicht fuer das Hospital entschieden. Auch wenn die Volontaere, die am darauffolgenden Tag dort waren vom Hospital geschwaermt haben, konnte es bei mir nicht allzuuuu viele Punkte sammeln.

Gestern war ich dann im Projekt Trabajadores. Wir sind mit dem Projektleiter um die Stadt gezogen, haben immer wieder bei Schuhputzern und Verkaeuferinnen gehalten, mit ihnen gesprochen und je nach deren Belieben einen Geldbetrag in ihre "Sparkasse" aufgenommen, welchen sie jederzeit wieder abheben koennen. Es war etwas erschoepfend, da wir viel rumgelaufen sind, hat aber ziemlich Spass gemacht.

Heute letztendlich waren wir im Casa Esperanza. Einem Heim voller Jungen ab sieben, wenn ich es recht weiss, bis zum aeltesten von 17 Jahren. Morgens haben wir ihnen bei ihrem Unterrichtsstoff geholfen (Lesen und Multiplikation von Bruechen, was mir -bei aller Bescheidenheit- aufgrund von Abitur nicht allzu schwere Probleme bereitet hat ;) ). Mittags gab es Essen (ja, Reis mit eingeschnetzeltem Huehnchen) und dann haben wir noch Fussball und Tapas gespielt. Das sind ganz normale Flaschendeckel: Wer seinen von ein paar Metern Entfernung am naechsten zur Wand schnippen kann, darf anfangen und muss versuchen, mit seinem Deckel den eines anderen abzuschippen und kann ihn dann einkassieren. Verfehlt er jedoch, dann kommt der naechste dran. So simpel wie amuesant. Ich hatte leider meine Kamera nicht dabei, sonst haette ich hier ein bisschen gezeigt.

Nach meinem ausgewogenen, selbstgemachten Spiegelei-Abendessen (wie fast jeden Abend bis jetzt) haben wir uns dann alle getroffen, um die Auswahl der Projekte zu verkuenden. Ich war hin- und hergerissen zwischen Trabajadores und Casa Esperanza, musste mir sogar eine Pro-Contra-Liste machen und habe mich letztendlich fuer ersteres entschieden. Denn auch auf die Gefahr hin, dass es vielleicht mal ein bisschen monoton werden kann, ziemlich immer die gleiche Strecke abzulaufen, war ich trotzdem eher davon angezogen.

Morgen frueh wird es dann gleich richtig losgehen, ich bin mal gespannt!

Donnerstag, 6. August 2009

Begegnungen mit der bevorstehenden Arbeit

So, back from Achocalla. Es war eine Fahrt von einer guten Stunde und wir sahen eher mal was vom laendlichen Bolivien. Wirklich wunderschoen.





























In Achocalla uebernachteten wir dann in einer Jugendherberge, doch zuerst bekamen wir den Grossteil der moeglichen Projekte von den jeweiligen Leitern vorgestellt, alles auf spanisch. Das ist mit der Zeit ganz schoen anstrengend, aber wir haben alle das Wesentliche verstanden und auch schon die eigenen Favoriten entwickelt. Bei mir sind das "trabajadores", hier muss man zu Arbeitern auf der Strasse gehen, mit ihnen reden, Sachen unternehmen, ihr verdientes Geld einsammeln und verwalten (sozusagen Sparkasse sein), etc. und dann waere da noch das "Casa Esperanza", ein Jungenheim, das ich allerdings eher bevorzuge, nicht zuletzt darum, weil man dort auch samstags arbeiten kann, damit kann man dann wiederum sich in der darauffolgenden Woche den Freitag freinehmen. Ganz praktisch, wenn man mal ein bisschen rumreisen will.

Unterhalb von der Jugendherberge konnte man auch ein bisschen rumwander und -klettern in einer Art Mini-Canyon.

Hier bin ich in chilliger Karcher-Pose. Der Karcher war so ziemlich der abgechillteste Lehrer, den ich je hatte (mphh)!!






























Und hier spiele ich die Anfangsszene aus einem sehr beruehmten Walt Disney - Film nach. Wer es nicht erkennt: Der Stein, den ich (hier links im Bild) in den Haenden halte (der schlecht zu sehen ist und mal ueberdimensional schwer war) soll einen Baby-Loewen darstellen. Unten muesst ihr euch jetzt nur noch sich verbeugende Zebras und Giraffen vorstellen und dann habt ihr bestimmt die Loesung!
Nur zum Vergleich: http://www.youtube.com/watch?v=l30OkS94pYE
(ungefaehr auf 3min 30)


Gestern besuchten wir dann auch einige Projekten, um sich noch ein besseres Bild verschaffen zu koennen. Wir waren im Maedchenheim, Kindergarten und besagtem Casa Esperanza, wobei diese Jungs nicht da waren. Sie waren auf Umzuegen, welche gestern und heute andauerten, da heute ein bolivianischer Nationalfeiertag ist. Es sind dort auch viele Kinder mitgelaufen, was echt witzig war mit ihren Verkleidungen.










































Viele Jungs waren als Soldaten verkleidet.
















Hier sind dann noch Bilder von der Schule, wo man auch arbeiten kann.
















Und das war im Kindergarten zur Nachmittagszeit, wo es sich noch gehoert, ein Nickerchen zu machen :)


Morgen lernen wir dann noch das Hospital kennen, was fuer mich bis jetzt auch mal eine Alternative waere. Bin mal gespannt, wie sich alles entwickeln wird.


Eine kleine Korrektur gegnueber meinem letzten Eintrag muss ich noch bringen: Und zwar dass der Padre nicht der Gründer des "Foerdervereins" ist, sondern der FUNDACIÓN ARCO IRIS, Pfarrer Neuenhofer wird vom Förderverein mit Sitz in Rottweil untersützt.