Grüezi oder halt Jambo!!!
Also ich denke, ich schreibe vielleicht wieder ein bisschen
für Euch (und auch für mich als Tagebuch). Jetzt am Abend des zweiten Tages
habe ich auch ein bisschen Ruhe das erste Mal.
Es gibt natürlich einen Haufen erster Eindrücke, der erste ist
offensichtlich die Hautfarbe der Kenianer. Bisher habe ich wirklich herzlich
wenig weiße Leute gesehen, und wenn dann sind es auch Leute, die hier mit AIESEC,
der Studentenorganisation, ein Praktikum machen. Man wird dann natürlich oft
angesehen und vor allem von Kindern „muzungu“ genannt. Aber Kenianer sind nach
meinen bisherigen Eindrücken wirklich herzlich.
Nach einem 11-stündigen Flug, auf dem ich nicht so viel
schlafen konnte wegen Umsteigen und so weiter, musste ich dann nochmal vier
Stunden am Flughafen warten, erstens, damit es erstmal Tag wurde und zweitens,
weil mich dann Leute von AIESEC abholen sollten. Die Kommunikation hat aber ned
so funktioniert und ich wollte grade ein Taxi nehmen, da kamen zwei
Nairobianerinnen auf mich zu und haben glücklicherweise auf den Richtigen
getroffen. Der Taxifahrer, den sie organisiert hatten war auch nicht grad ein
Glückspilz, von der Polizei rausgezogen, mitgenommen und sich zu einer
Bestechungssumme von etwa 10€ gezwungen gesehen, kam er dann lachend
zurückgelaufen und fuhr mich zu meinem Hostel. Das Hostel war auf den ersten
Blick echt assi, es liegt in der Nähe der Arbeitsstätte, aber 15 km vom
Stadtzentrum entfernt. Es ist zwar in einer Studentenwohngegend und daher auch
nicht gefährlich, aber schon etwas slum-artig: Staubig, dreckig, unbebaute
Straßen, aber ich kann auch noch nicht sagen, inwiefern das normal ist, weil
ich noch nicht viel anderes gesehen hab. Aber ich habe einen ziemlich witzigen Chinesen
zum Mitbewohner, der auch im gleichen Projekt ist, der erklärt mir eigentlich
immer alles und redet einen ganzen Haufen. Aber er geht nächste Woche leider
schon.
Es gab dann noch ein kleines Treffen mit anderen
Freiwilligen, das aber leider auch nicht so viele sind.
Und nach einer relativ angenehmen Nacht in Bezug auf das
Bett mit durchgelegenem Rost und Matratze ging´s dann am nächsten Morgen um
halb 8 ins Büro. Kennenlernen des Koordinators und zwei weiteren
Praktikantinnen von Nairobi und danach zu Fuß zu einer Grundschule. Der etwa
30minütige Marsch in der prallen Sonne war gleich mal eines ordentlichen
Schusses Sonnencreme würdig (ein bisschen Röte bleibt natürlich dennoch nicht
aus ;) ) und dann ging´s los!
Ich war erst bei den
ganz Kleinen, den Vorschulkindern quasi, und total unvorbereitet und nichts
ahnend sollte ich dann gleich mal eine Stunde mit ihnen machen. Ich habe es
dann mit Englischunterricht versucht (hier ist ja Souaheli – hakuna matata und
so – und Englisch Amtssprache, aber in den Slums und in dem Alter können die
Kids Englisch noch nicht so gut), es war echt lustig, auch wenn sie vielleicht
nicht so viel verstanden haben. Heute habe ich mit ihnen Mathe gemacht, aber
ich glaub, das was ich ihnen beibringen wollte war viel zu anspruchsvoll,
15+16-8, das haben nur die Besten hingekriegt, sag ich mal, sind aber nur
sieben Kinder in der Klasse.
Dann waren wir noch in der 8. Klasse (die Grundschule geht
hier bis zur 8.) und da sollte ich dann, ebenso wenig vorbereitet und mir vom
Rektor aufgetragen, sowas wie Beratung machen, über die Wichtigkeit von Schule
und Hausaufgaben und den Gefahren von mangelnder Bildung. Das hat mich schon
herausgefordert, aber die Schüler haben echt gut mitgemacht, waren
super-höflich und hatten auch einige tolle Ideen zum Beitragen.
Ich schreib bald mal wieder!!!
...nachträglicher Kommentar zu deinem
AntwortenLöschen1.Eintrag- schon nicht einfach ,dieses
Semester-praktikum in Nairobi zu absolvieren-
...und das ganz alleine auf sich gestellt!
Ist schon mutig- aber zum bewundern
(meine ich mal)
Mama