Sonntag, 14. April 2013

Der letzte Grund


So, die letzte Woche bricht an für mich und somit auch der letzte Blog. Ich hatte die letzten zwei Wochen Arbeitspause und diese Zeit zum Reisen genutzt, was auch wirklich sehr schön war. Ich hatte erst vorgehabt, den Mount Kenya zu besteigen über Ostern, aber da andere Praktikanten auch verreist sind, bin ich mit welchen auf die schöne halbautonome Insel Zanzibar in Tanzania gefahren. Boah, 15 Stunden tagsüber im Bus, das war schon mies. Wir sind dann abends in der Noch-Festland-Hafenstadt Dar Es Salaam angekommen und waren alle ziemlich fertig. Am nächsten Morgen haben wir dann übergesetzt mit der Fähre, diese beiden Reisemittel kosteten uns ungefähr zu viel Geld und Zeit, weswegen wir uns später für einen Rückflug entschieden, der nicht mal viel teurer war.
In ziemlich vielen Teilen der Mittelostküste wuselt es von Muslimen. Auf Zanzibar zählen sie 97% von der Bevölkerung, was man an den vielen schön geschnitzten Holztüren sehen und spüren darf.
In „Stone Town“ angekommen sind wir dem durch und durch inkompetentem Taxifahrer Abdul begegnet, dem wir den Auftrag gaben, uns zu einer günstigen Herberge zu bringen, er brachte uns zu einem Hotel, das für 50€ die Nacht unser Budget weit überstieg. Er sollte uns als nächstes in ein günstiges Restaurant, wo man frischen Fisch essen könne, bringen. Das wiederum war dann so „günstig“, dass wir auch da passen mussten. Abdul hat sich währenddessen allerdings vom Acker gemacht und wir wussten nicht wo wir waren und mussten somit ein anderes Taxi nehmen, also wieder mal ein Schuss in den Ofen. Später haben wir uns dazu entschieden, in den Norden der Insel zu fahren – mit den öffentlichen.


Wir landeten an einem wunderschönen Strand, sind gleichmal rein in das warme Nass und haben den Abend mit einem wunderschönen Sternenhimmel genossen. Wow, man konnte die Milchstraße so hell scheinen sehen, und der Große Wagen stand auf dem Kopf, was mein bescheidenes astrologisches Wissen auch darauf gestellt hat, also auf den Kopf.
Für die drei folgenden Tage haben wir uns ein Auto gemietet und auch gut daran getan, die Korruption bleibt allerdings alles andere als aus. Alle fünf Kilometer gibt es eine Polizeistation, aber meistens haben wir uns durchgewurschtelt, nur ein junger Seicher  hat´s wissen wollen, dem mussten wir dann so 15€ geben. Am nächsten Tag haben wir uns aber so eine Fahr-Erlaubnis geholt, dann ging das alles in Ordnung.
Einparken als Linksverkehrer

Wir sind in den Süden, wo man mit den Delfinen schwimmen konnte, mit Taucherbrille und Schnorchel. Herrlich, ein Delfin hat vor mir seinen Darm entleert, aber später beim chilligen Schnorcheltauchen hab ich mich gerächt und kleine Fische angepinkelt.

 Die Regenzeit lässt auch auf Zanzibar grüßen!

Baseball am Strand mit Holzscheit und Mangostein. Chris wird hier gleich out gehen.

Zanzibar war echt endschön und wir sind alle auch länger geblieben als ursprünglich geplant. Zurück sind wir dann nach Arusha geflogen, das ist eine Stadt am Mount Kilimanjaro. Dort haben wir übernachtet und sind am nächsten Tag mit dem Bus (sechs relativ angenehme Stunden) zurück nach Nairobi. Den Berg haben wir zwecks Überwölkerung allerdings nicht wirklich gesehen.
Semi-herrlicher Blick auf Afrikas höchsten Berg, im Norden Tanzanias

Und heute waren wir noch bei den fourteen falls. Wenn´s schön und trocken ist sieht man 14 Wasserfälle nebeneinander, wenn Regenzeit ist nur einen großen, war aber trotzdem sehr massiv und schön.
Kuckt mal auf Google wie das in der Trockensaison aussieht, da kannst du dann auch runterspringen.

Marina aus Brasilien und ich

Ja und jetzt arbeite ich noch eine Woche im mir lieb gewonnenen Nairobi, Abschied nehmen von der Schule und den Kindern, letzte Souvenirs kaufen, einen Abschlussbericht schreiben und so weiter. Aber ich freue mich schon sehr, wieder nach Hause zu kommen. Es war eine sehr schöne Erfahrung. Es gab Konfrontationen mit herausfordernden Situationen, mit Trauer, Armut, Mitleid, aber natürlich auch mit Lebensfreude, Glückseligkeit, bereichernden Menschen und viel Mutmachung von Euch zu Hause J



Und zum schönen Abschluss: Nairobibale

Mittwoch, 20. März 2013

Land und Leute


 Nach einigen Wochen kann ich jetzt glaub mal einen Überblick über die Kenianer geben, am Anfang findet man sie halt nett, dann nach ner Weile regt man sich über sie auf und schließlich findet man sich ein, also man steht jetzt für mich…
Die Leute hier sind schon hilfsbereit und nett, finde ich. Und es gefällt mir ja auch echt gut. Aber manchmal ärgere ich mich. Auf der Straße ist man hier das weiße Schaf, es ist ja süß, wenn die Kinder im Singsang und wiederholt sagen „How are you? How are you?“ bis man sagt „fine, and you?“. Man merkt schon, die afrikanischen Kinder sind weitaus härter im Nehmen als europäische, die saugen eine gewisse Standfestigkeit schon mit der Muttermilch auf, aber ab und zu sieht man dann doch mal ein Kleines weinen und wenn ich dann vorbeilaufe und es mich sieht, dann tut auf einmal nichts mehr weh, hahaha, die stehen dann einfach mit verrotzter Nase da und schauen mich an. Oder wenn sie von der Ferne Mzungu rufen, manchmal sind das ganze Schulen im Pausenhof am Weg, dann winke ich und dann freuen die sich alle so, das fühlt sich an, als wenn man ein Promi wär und alles was man tun muss, ist lächeln und winken. Da freue ich mich dann auch und versuch auch ein bisschen sie auf Souaheli zu grüßen. Aber viele Erwachsene starren einen an wie wenn ich eine Mango mit Gesicht wäre, und hinter dem Rücken rufen sie dann auch Mzungu, nicht gerade respektvoll. Aber im Großen und Ganzen sind sie sehr kontaktfreudig. Die Männer auf der Straße nennen mich immer John Kamau, keine Ahnung, wer das sein soll.
In meinem Büro arbeiten zwei weitere Praktikanten aus Kenia und eine aus Tanzania, die Arbeitseinstellung hier ist etwas, das man erst mal akzeptieren muss, wenn man aus so einem arbeitsorientierten Land wie Deutschland kommt. Wenn ich zur Schule laufe zum Unterrichten, dann gehen sie schon immer mit, aber es ist eigentlich nur eine von ihnen, die tatsächlich auch unterrichtet, die anderen begnügen sich dann mit ihren Handys zur meisten Zeit.
No ed hudla

Zuverlässigkeit: Nach den Wahlen hörte man jeden Tag, die Ergebnisse kämen am darauffolgenden Tag raus, man kann sich nie so wirklich auf die meisten Aussagen verlassen. Andere Praktikanten meinten auch, sie hätten mal nach dem Weg gefragt und von verschiedenen Menschen total falsche Informationen bekommen. Aber da hab ich persönlich bessere Erfahrungen gemacht.
Bildung: Es wird mir hier das erste Mal richtig bewusst, welchen Stellenwert die Bildung im Leben hat. In einem mitteleuropäischen Land nimmt man das halt hin, aber es ist nicht schön, wieviele Kinder hier in den Slums den ganzen Tag einfach nur auf der Straße verbringen und keine Möglichkeit zum Lernen haben, da fängts oft schon bei der Schuluniform an, woher sollen die überhäufigen alleinerzeihenden Mütter das Geld nehmen. Und in vielen Schulen sind auch die Lehrer alles andere als ausgebildet, lehren oft direkt nach ihrem Schulabschluss, einige reden kein gutes Englisch und wie ich in einem Gespräch zwischen meiner tanzanischen Mitpraktikantin und einem kenianischen (besser ausgebildeten) Lehrer erfahren durfte, ist das kenianische Souaheli ebenfalls ziemlich verkorkst und unsauber. Sie meinte, wenn sie sich hier auf Souaheli unterhalten wolle, könne sie die Kenianer nicht verstehen. Des weiteren gibt´s hier auch viel zu wenig Angebote, an denen sich die Kinder ausprobieren und Talente feststellen oder entwickeln können. Ganz zu schweigen davon, sich und ihre Wünsche zu verwirklichen… Aber die Kinder lernen gerne, wenn sie die Gelegenheit haben.
Heimat- und Sachunterricht von den hiesigen Lehrern



Nach einer gewissen Zeit passt man sich halt auch wirklich an. Wenn ich so zur Arbeit laufe, dann musste ich schon öfter feststellen, dass meine Schrittgeschwindigkeit drastisch gefallen ist und der der Kenianer gleicht. Es geht das meiste hier gemach zu, außer es fängt an zu regnen, das ist dann einer der seltenen Momente, wo Kenianer Laufbeine unterm Arsch haben und rennen.
Der Blick aus unserem Büro



Und so in der Regenzeit, mords die Sauerei

 Und Knigge würde hier auch den Vollausraster kriegen: Wenn man unten an einer Treppe steht und rauf will und es kommt gleichzeitig jemand runter, dann wartet man hier nicht, egal wie eng die Stufen auch sein mögen und absolut völlig egal, wieviel Zeit einem zur Verfügung steht. Das Gleiche auf der Straße und den Märkten. Obwohl hier absolut niemand in Eile zu sein scheint, presst man sich trotzdem durch. Am Anfang war das ein bisschen fremd für mich, aber auch da verhalte ich mich seit längerem einwohnerisch, frei nach dem Motto „Frechheit siegt“.
Kenianer reden bedächtig, vor allem die Frauen reden oft so leise und werden während des Satzes noch leiser und wenn sie dann noch so einen Afro-englischen Slang haben und beispielsweise bei „are you hurt?“ das hurt mit einem a aussprechen, versteht man manchmal gar nix mehr, „ne, ich bin nicht Herz!?!“
Vielleicht bin ich in diesem Beitrag ein bisschen zu defizitorientiert, aber eins muss ich noch loswerden. Am meisten ärgert mich halt hier die Unnachhaltigkeit. Die benutzen einfach Plastiktüten für alles und immer, wenn man im Supermarkt eine Flasche Wasser kauft, gibt´s die Tüte obendrauf. Und wenn man sagt, man brauche keine, dann glauben sich die Einpacker erstmal verhört zu haben  und dann scheinen sie mir manchmal sogar ein bisschen enttäuscht, das ist echt verrückt! Die ganzen Tüten werden selbstverständlich nicht recyclet, tragen aber dafür primär zum Stadtbild bei…
Eloquente Müllbeseitigungsanlage


Jetzt hört es hier zu meinem großen Bedauern auf mit der Mango-Zeit. Man findet nur noch ganz große und unreife, und jedes Mal wenn ich frohen Mutes eine weitere probiere, muss ich zunehmend feststellen, dass sie nun eher eine Konsistenz wie Möhren haben und neutral bis bitter schmecken. Ade du schöne, süße Mangozeit…

Und das ist mein Chapati-Man, ist eigentlich wie Pfannkuchen, simpel und beliebt, und die Chapati auch J Ansonsten gibt´s hier Ugali (Wasser-Maismehl-Mischung) und Porrage, ein Hirsebrei, den die meisten der anderen deutschen Praktikanten in den bösesten Tönen verpöhnen, aber ich mag das.

Hier ist es immer Tag so zwischen 6 Uhr morgens und 7 Uhr abends, ab und zu gibt´s Stromausfall.

Am Wochenende waren wir im Giraffen Center, einem Park mit sehr harmonisch angenehmer Atmosphäre wo man Giraffen, wie hier auch mit dem Mund, füttern und streicheln darf.

In Nairobi-City, wo ich ab und zu mal nur hinkomme und wo am Sonntag mein Handy verloren ging bzw. gestohlen wurde. Mein Hauptziel, nix zu verlieren während dem Aufenthalt hab ich also verömmelt.


Und so sieht´s in meiner Hood aus, nahe meiner Herberge

Donnerstag, 14. März 2013

Naaaaa Zewenya



Das sicherlich Beste und Beeindruckendste von meiner Reise habe ich nun hinter mir: Safari (heißt übrigens auf Deutsch auch: Reise). Und auch wenn wir nicht alle von den „Big Five“ gesehen haben, war es atemberaubend. Wir sind am Freitag Morgen los, sechs Stunden Fahrt in die Maasai Mara. Da angekommen in einem ziemlich coolen Camp gab es erst mal Mittagessen und danach hat der Captain in seinem Bussle das Dach hochgeklappt und ab ging´s.
Am Freitag waren wir dann nur etwa vier Stunden im Park unterwegs, aber haben dann schon viel mehr gesehen, als wir erwartet hätten. Ich dachte halt auch, man sieht vielleicht alle paar Stunden eine andere Tierherde, aber man sieht ziemlich viel auf relativ engem Raum, zumindest am Anfang.
Am Samstag hatten wir den ganzen Tag Zeit und sind auch viel weiter in den Park rein, da gab´s dann auch mal eine Zeit lang gar nichts.
Es ist halt so, es sind natürlich mehrere Busse unterwegs und wenn einer von denen etwas sieht, wie einen Geparden, dann funkt der die anderen an, damit es alle Touris sehen können. Das ist natürlich geschickt für uns, auf der anderen Seite stehen dann halt mal bis zu 14 Busse um einen Löwen herum. Aber die ganzen Tiere sind überraschend entspannt, außer die Schisser-Antilopen und Pumbas, bleiben Elefanten, Löwen und Giraffen still an ihren Plätzen oder bei ihren „Beschäftigungen“, und wenn noch so viele Kameras in vielleicht zehn Meter Entfernung auf sie gerichtet sind. Die Gepardin aber war am coolsten: Erst ist sie halt so an nem Plätzchen gelegen, da waren wir und zwei andere Busse bei ihr. Dann sind immer mehr gekommen und sie steht ganz gemächlich und elegant auf (ich habe dann natürlich gehofft, sie peist jetzt (ohne Grund )mit 140 km/h davon), läuft ein paar Meter zu einer kleinen Erderhebung und stellt sich oben hin und steht dann wie auf dem roten Teppich da, voll die Diva.
Das beste wäre natürlich gewesen, einen Löwen oder Leoparden beim Jagen zu sehen, aber so viel Glück hatten wir leider nicht. Die Löwenmännchen, das sind einfach die faulsten von allen, die liegen den ganzen Tag rum, aber wenn sie dich angucken, das ist schon erhaben. Und wenn sich die Löwenweibchen gegenseitig und ihre Jungen (3 Monate junge) putzen, das fand ich auch mega.
Und die Elefanten natürlich, es ist schön zu sehen, dass es wirklich viele und auch ganz schön große Herden gibt und dass die Jagd bestraft wird. Die sind so beeindruckend, um die wär´s schade!
Am Sonntag waren wir dann bei den Maasai, dem wohl berühmtesten, aber auch einem der kleinsten kenianischen Stämme. Klar, die haben sich auch schon ziemlich dem Tourismus angepasst kann man sagen, aber sie in ihren Dörfern zu besuchen, zu sehen wie und wovon sie leben und ihnen einen Rafiki-Gehstock abzukaufen war schon cool. Sie haben dann noch eine Tanz performanced, bei dem die Männer zur Imponierung hoch in die Luft springen und  wenn sie Glück haben, gleich mehrere Frauen in ihren polygamen Familien willkommen heißen können.
Nach sowas muss man erstmal wieder in die Arbeit finden. Und jetzt habt ihr viele Fotos von Tieren bekommen, nächstes Mal mehr über die Leute und die Schüler!
Das sicherlich Beste und Beeindruckendste von meiner Reise habe ich nun hinter mir: Safari (heißt übrigens auf Deutsch auch: Reise). Und auch wenn wir nicht alle von den „Big Five“ gesehen haben, war es atemberaubend. Wir sind am Freitag Morgen los, sechs Stunden Fahrt in die Maasai Mara. Da angekommen in einem ziemlich coolen Camp gab es erst mal Mittagessen und danach hat der Captain in seinem Bussle das Dach hochgeklappt und ab ging´s.
Am Freitag waren wir dann nur etwa vier Stunden im Park unterwegs, aber haben dann schon viel mehr gesehen, als wir erwartet hätten. Ich dachte halt auch, man sieht vielleicht alle paar Stunden eine andere Tierherde, aber man sieht ziemlich viel auf relativ engem Raum, zumindest am Anfang.
Am Samstag hatten wir den ganzen Tag Zeit und sind auch viel weiter in den Park rein, da gab´s dann auch mal eine Zeit lang gar nichts.
Es ist halt so, es sind natürlich mehrere Busse unterwegs und wenn einer von denen etwas sieht, wie einen Geparden, dann funkt der die anderen an, damit es alle Touris sehen können. Das ist natürlich geschickt für uns, auf der anderen Seite stehen dann halt mal bis zu 14 Busse um einen Löwen herum. Aber die ganzen Tiere sind überraschend entspannt, außer die Schisser-Antilopen und Pumbas, bleiben Elefanten, Löwen und Giraffen still an ihren Plätzen oder bei ihren „Beschäftigungen“, und wenn noch so viele Kameras in vielleicht zehn Meter Entfernung auf sie gerichtet sind. Die Gepardin aber war am coolsten: Erst ist sie halt so an nem Plätzchen gelegen, da waren wir und zwei andere Busse bei ihr. Dann sind immer mehr gekommen und sie steht ganz gemächlich und elegant auf (ich habe dann natürlich gehofft, sie peist jetzt (ohne Grund )mit 140 km/h davon), läuft ein paar Meter zu einer kleinen Erderhebung und stellt sich oben hin und steht dann wie auf dem roten Teppich da, voll die Diva.
Das beste wäre natürlich gewesen, einen Löwen oder Leoparden beim Jagen zu sehen, aber so viel Glück hatten wir leider nicht. Die Löwenmännchen, das sind einfach die faulsten von allen, die liegen den ganzen Tag rum, aber wenn sie dich angucken, das ist schon erhaben. Und wenn sich die Löwenweibchen gegenseitig und ihre Jungen (3 Monate junge) putzen, das fand ich auch mega.
Und die Elefanten natürlich, es ist schön zu sehen, dass es wirklich viele und auch ganz schön große Herden gibt und dass die Jagd bestraft wird. Die sind so beeindruckend, um die wär´s schade!
Am Sonntag waren wir dann bei den Maasai, dem wohl berühmtesten, aber auch einem der kleinsten kenianischen Stämme. Klar, die haben sich auch schon ziemlich dem Tourismus angepasst kann man sagen, aber sie in ihren Dörfern zu besuchen, zu sehen wie und wovon sie leben und ihnen einen Rafiki-Gehstock abzukaufen war schon cool. Sie haben dann noch eine Tanz performanced, bei dem die Männer zur Imponierung hoch in die Luft springen und  wenn sie Glück haben, gleich mehrere Frauen in ihren polygamen Familien willkommen heißen können.
Nach sowas muss man erstmal wieder in die Arbeit finden. Und jetzt habt ihr viele Fotos von Tieren bekommen, nächstes Mal mehr über die Leute und die Schüler!








Montag, 4. März 2013

Die Wahlen

 Heißes Thema hier! Also die Leute reden erstmal nur über den Frieden, der hoffentlich herrschen wird um die Wahlen herum. Die Gewalttaten während der Wahlen vor fünf Jahren waren sehr verstörend, ich hab da auch ein paar Bilder gesehen…  Es ist ein ziemliches Stammes-Geschehen, ich versuch mal ein bisschen zu erklären was ich weiß, hält sich natürlich in Grenzen, Politik ist meine Achilles-Sehne J
Also es gibt da die Kikuyu, den größten Stamm und wohl auch den stolzesten, sie waren die Freiheitskämpfer in den 60ern gegen die britische Regierung und lassen das auch glaub gerne verlauten. Sie fahren voll auf Uhuru Kenyatta ab, er ist der Sohn des ersten Präsidenten Kenyas (Jomo Kenyatta, welcher der Inbegriff für die Unabhängigkeit Kenias war und Angehöriger der Kikuyu). Dann ist da der Gegenkandidat Raila Odinga, für ihn wählen andere Stämme, zum Beispiel die Luo (aus diesem Stamm stammt übrigens ma´ Obama ab).
I-a live-a with an Italian friend-a, now-a! Eine andere Praktikantin, die in einer sichereren Gegend lebt, hat uns zu sich eingeladen, ziemlich luxuriös hier, und freies Internet, und erst gutes (deshalb auch so viele Bilder diesmal)! Und es wurde uns geraten, nach den Wahlen, den ersten Tag erstmal im Haus zu bleiben. Die kenianische Vermieterfamilie hat uns mitgenommen zu den Wahl“lokalen“. Und da konnten wir sehen, wie das abläuft dieses Jahr und uns wurde auch viel erklärt:
Es sind ewig lange Schlangen da, und es war erstaunlich ruhig. Es gibt natürlich einen Haufen an Sicherheitsvorkehrungen, Wächter und viele Organisatoren. Die Leute durften heute nicht anhand von T-Shirts oder Hüten zeigen, wen sie unterstützten, denn dies habe schon letztes Mal für große Spannungen in den Warteschlangen gesorgt. Dann sind die Leute zum Wählen in verschiedenen Schlangen, angeordnet nach Vor- und nicht Nachnamen, Nachnamen mit O sind beispielsweise oft Luo-stämmige (siehe Odinga). Es wird also für größtmögliche Neutralität gesorgt. Letztes Mal wurde auch einiges gefälscht, so wie ichs verstanden habe wurden Personalausweise von Wählern der anderen Partei abgekauft und vernichtet, oder irgendwie so, damit die anderen weniger Stimmen bekommen. Solche Dinge wurden natürlich auch verhindert.
Jetzt heißt es also abwarten bis zu den Ergebnissen, aber wir wollen ja immer schön positiv bleiben! Sie kommen möglicherweise schon heute Mitternacht raus. Letztes Mal ging der Tourismus wegen der Krawalle Richtung Vakuum, und Kenias Wirtschaft ist ohne Tourismus halt nix! Vielleicht haben sie ja daraus gelernt.
Die Schulen sind teilweise eine Woche zu, aber ich fang am Mittwoch wieder an, zumindest im Büro.
 Und am Samstag gab es einen Tagesausflug im „Hell´s Gate“, einer Schlucht, durch die wir gelaufen sind und in der ich mir den großen Zeh fett angeschlagen habe.
Craff, craff!!!

 Wir sind auch auf einem Fahrrad durch ein Schutzgebiet gefahren, da gabs viele Zebras zu sehen, endlich. 


Watt, wer bist du denn?

Da mach ich mich weg!

Und auch eine Giraffe, aber nur von ganz weitem. Und an einem See, wo wir noch waren, gabs Nilpferde, die haben meistens nur die Köpfe rausgestreckt, aber ab und an mal ist eins zu einem Baum raus, ich glaub um sich seiner Darmüberschüssigkeiten zu entleeren, weil er dann seinen Schwanz so wie ein Propellor gedreht hat, das machen die ja zum Bobo putzen. Und die Viecher sind so rießig. Zum Mittagessen gabs Schweinefleisch mit Ugali, das ist einfach so weißes Zeug, Wasser mit Maismehl, schmeckt ein bisschen langweilig. Da waren auch viele Deutsche dabei, die ich zuvor nicht kannte, vielleicht reise ich später mal noch mit ein paar von denen, sind nette Leute.
Diese oder so eine ähnliche Schlucht soll als Vorlage gedient haben zu der Szene, in der Mufasa stirbt. Wer genau hinguckt, kann oben Onkel Scar hämisch lachen sehen ;)

Ich bin nicht fett, nur kräftig gebaut! Und ich liebe Käsebällchen.



Mittwoch, 27. Februar 2013

Malaika Nakupenda Malaika


So, jetzt bin ich schon zwei Wochen in Kenia, wenn ich zurückdenke, sind diese echt schnell vergangen. Auch in meinem Stadtteil „Kahawa“ fühl ich mich inzwischen ganz wohl, am Anfang war ich da eher skeptisch, auch wegen Sicherheit, aber man kann sich hier auch nachts gelinde draußen aufhalten, ist schon ne ruhigere Gegend.
Wo man langläuft wird man angeglotzt, aber weiße Leute sind echt so selten, dass sogar ich, wenn ich einen sehe, ihn anstarre und in Gedanken Mzungu nenne.
Mein chinesischer Mitbewohner ist jetzt geflogen, das ist ein bisschen schade, mit dem hab ich mich echt einwandfrei verstanden und wir hatten auch ständig was zu lachen. Das erste Wochenende war ich mit ihm und vier seiner Pekingschen Freunde am Indischen Ozean, auf Lamu Island. War herrlich da. Nur die Nacht-Busfahrt war unkomfortabel dass´s knallt, auf welligen Pisten in der letzten Reihe und zwischen zwei Chinesen hab ich dann nur bedingt und von kurzer Dauer geschlafen. Wenn ich da etwas gelernt habe, dann dass das Klischee, Chinesen würden überall und jederzeit schlafen können, auf jeden Fall wahr ist, und dass dabei ihre Köpfe von West nach Ost in kürzester Zeit fallen, hab ich auch anhand einer oder zweier Kopfnüsse erfahren dürfen. 
Wir waren dann auf Segelbootstour, haben mit simplen Schnüren geangelt, auf dem Boot gegrillt und gegessen, den Sonnenuntergang betrachtet, Esel geritten und mit den Einheimischen ohne Ende verhandelt, die machen die Preise für Weiße grundsätzlich erstmal doppelt so teuer. 


 Auch in meine Arbeit finde ich mich gerade gut ein. Es gibt drei Schulen, die erste ist die Grundschule für Vorschulkinder und für 1. und 2. Klasse. Die sind natürlich witzig und süß, wenn ich jemanden Bestimmtes was frage und ein anderer weiß es, der reckt sich dann so hoch er kann und sagt durchgehend „teacher, teacher, teacher“. Und wenn ich was erkläre und dann, eigentlich eher für mich selber, frage „ok?“, dann sagen sie immer im Chor „yes!“ Und in Mathe rechnet man halt nicht mit Äpfeln, sondern mit Mangos, ooohh, endlich habe ich wieder Mangos, die habe ich schon in Bolivien gemangpft.

Die zweite Schule ist auch eine Grundschule. Dort kommen zweimal in der Woche 4-5 Flüchtlinge mittleren Alters, u.a. aus dem Kongo, die besseres Englisch lernen wollen, und die das von uns gelehrt bekommen. Mein ostasiatischer Freund hatte diese Klasse, und ab jetzt übernehme ich sie. Ich hatte eine Stunde bis jetzt und ich war sehr angenehm überrascht, die sind richtig dankbar! Nach einer langen Stunde, in denen sie Verben in der richtigen Zeitform in Sätze einbauen mussten, sagte dann der eine: „We can call it a day!“
Dann ist da noch die High School. Da hab ich letzte Woche ein Einzel-„Beratungsgespräch“ gehabt. Die Lehrer schicken da manchmal Kinder mit gewissen Problemen zum Gespräch, das wir führen. Aber das war mein dritter Tag und ich war da echt maßlos überfordert und danach richtig frustriert. Es ging um ein Mädchen, dessen Mutter im Dezember verstorben ist und da in Kenia einfach übertrieben viele Mütter alleinerziehend sind, wie im Falle des Mädchens, wurde sie zu einer Waise. Und sie erzählte dann, wie mutlos sie war und dass sie nicht wisse, wie es für sie in einem Jahr nach ihrem Schulabschluss weitergehen solle. Dazu kommt noch, dass das kenianische Englisch seine Tücken hat und ich nicht alles so deutlich verstehe, dann will man sie in ihrem Monolog ja auch nicht ständig unterbrechen. Dann gib ihr da mal einen nützlichen Ratschlag. Es kam dann meine kenianische Kollegin dazu, und die haben dann mehr auf Souaheli geredet. Am Ende hab ich ihr halt versucht Mut zu machen, dass sie ein starkes Mädchen sei, so wirkte sie auch auf mich, und dass sie die Ohren steif halten soll. Aber an dem Tag war dann die Luft raus.  In der Schule habe ich seit gestern die 9. Klasse. Ich habe mal angefangen, ihnen ein bisschen deutsch und Wissen über Deutschland zu lehren. Die sind für ihr Alter echt anständig und scheinen wissensdurstig, aber das ist Kenia, die sind in allen Schulen recht diszipliniert, wahrscheinlich weil hier noch der gute alte Stock seinen Einsatz findet.
Nairobi ist so staubig und dreckig, da kann man seine Kleidung nur einen Tag tragen, das wird so schnell schmutzig, ich trag sie trotzdem meistens zwei Mal, dann muss ich nicht so viel waschen!

Freitag, 15. Februar 2013

Nairobi die Erste


Grüezi oder halt Jambo!!!

Also ich denke, ich schreibe vielleicht wieder ein bisschen für Euch (und auch für mich als Tagebuch). Jetzt am Abend des zweiten Tages habe ich auch ein bisschen Ruhe das erste Mal.
Es gibt natürlich einen Haufen erster Eindrücke, der erste ist offensichtlich die Hautfarbe der Kenianer. Bisher habe ich wirklich herzlich wenig weiße Leute gesehen, und wenn dann sind es auch Leute, die hier mit AIESEC, der Studentenorganisation, ein Praktikum machen. Man wird dann natürlich oft angesehen und vor allem von Kindern „muzungu“ genannt. Aber Kenianer sind nach meinen bisherigen Eindrücken wirklich herzlich.
Nach einem 11-stündigen Flug, auf dem ich nicht so viel schlafen konnte wegen Umsteigen und so weiter, musste ich dann nochmal vier Stunden am Flughafen warten, erstens, damit es erstmal Tag wurde und zweitens, weil mich dann Leute von AIESEC abholen sollten. Die Kommunikation hat aber ned so funktioniert und ich wollte grade ein Taxi nehmen, da kamen zwei Nairobianerinnen auf mich zu und haben glücklicherweise auf den Richtigen getroffen. Der Taxifahrer, den sie organisiert hatten war auch nicht grad ein Glückspilz, von der Polizei rausgezogen, mitgenommen und sich zu einer Bestechungssumme von etwa 10€ gezwungen gesehen, kam er dann lachend zurückgelaufen und fuhr mich zu meinem Hostel. Das Hostel war auf den ersten Blick echt assi, es liegt in der Nähe der Arbeitsstätte, aber 15 km vom Stadtzentrum entfernt. Es ist zwar in einer Studentenwohngegend und daher auch nicht gefährlich, aber schon etwas slum-artig: Staubig, dreckig, unbebaute Straßen, aber ich kann auch noch nicht sagen, inwiefern das normal ist, weil ich noch nicht viel anderes gesehen hab. Aber ich habe einen ziemlich witzigen Chinesen zum Mitbewohner, der auch im gleichen Projekt ist, der erklärt mir eigentlich immer alles und redet einen ganzen Haufen. Aber er geht nächste Woche leider schon.
Es gab dann noch ein kleines Treffen mit anderen Freiwilligen, das aber leider auch nicht so viele sind.
Und nach einer relativ angenehmen Nacht in Bezug auf das Bett mit durchgelegenem Rost und Matratze ging´s dann am nächsten Morgen um halb 8 ins Büro. Kennenlernen des Koordinators und zwei weiteren Praktikantinnen von Nairobi und danach zu Fuß zu einer Grundschule. Der etwa 30minütige Marsch in der prallen Sonne war gleich mal eines ordentlichen Schusses Sonnencreme würdig (ein bisschen Röte bleibt natürlich dennoch nicht aus ;) ) und dann ging´s los!
 Ich war erst bei den ganz Kleinen, den Vorschulkindern quasi, und total unvorbereitet und nichts ahnend sollte ich dann gleich mal eine Stunde mit ihnen machen. Ich habe es dann mit Englischunterricht versucht (hier ist ja Souaheli – hakuna matata und so – und Englisch Amtssprache, aber in den Slums und in dem Alter können die Kids Englisch noch nicht so gut), es war echt lustig, auch wenn sie vielleicht nicht so viel verstanden haben. Heute habe ich mit ihnen Mathe gemacht, aber ich glaub, das was ich ihnen beibringen wollte war viel zu anspruchsvoll, 15+16-8, das haben nur die Besten hingekriegt, sag ich mal, sind aber nur sieben Kinder in der Klasse.
Dann waren wir noch in der 8. Klasse (die Grundschule geht hier bis zur 8.) und da sollte ich dann, ebenso wenig vorbereitet und mir vom Rektor aufgetragen, sowas wie Beratung machen, über die Wichtigkeit von Schule und Hausaufgaben und den Gefahren von mangelnder Bildung. Das hat mich schon herausgefordert, aber die Schüler haben echt gut mitgemacht, waren super-höflich und hatten auch einige tolle Ideen zum Beitragen.
Ich schreib bald mal wieder!!!