Mittwoch, 26. Mai 2010

Climbing the mountain!

So, meine Lieben! Lang ists her seit meinem letzten Blog-Eintrag! Hier also die "neuesten" News.
Wir hatten im April den Volontaersausflug in die Mienenstadt Potosí und in die Hauptstadt Sucre. Es fing an in Potosí, nach einer mittelmaessigen Nachtfahrt ging es morgens gleich in die Mienentour.
Zuerst geht man auf den Mienenmarkt, wo man Coca-Blaetter, Bier, reine Tabakzigaretten und schliesslich noch Dynamit kauft, was man dann alles den Mienenarbeitern mitbringt und ihnen schenkt.















Roger, Brigitte, Jan und Eli mit TNT.

Danach ging´s an´s Bekleiden. Hemad, Hos, Helm, Funzel und Metzgerstiefel!



















Hier sind Anto, Stephi und ich als Super-Turi mit Dynamit und Lonely Planet!

Das Dynamit kann da fuer umgerechnet einen € erworben werden, habe ich dann auch mit nach La Paz geschmuggelt, hehe, jetzt heisst´s mal in die Pampa gehen und zuendeln!















Und das sind Marcia und ich als authentische Mienenschaffer mit Coca-Blaettern zwischen den Zaehnen, wir haben uns halt angepasst!

Dann gingen wir endlich rein in den cerro rico. Und was uns hier erzaehlt wurde, das sind krasse Geschichten und ein so interessanter Glaube.



















Hier sieht man den tío, der Teufel und der Gott der Miene, dem immer Opfergaben gemacht werden, gerade Koka-Blaetter und so! Auch die pacha mama, die Mutter Erde, hat viel damit zu tun. So duerfen die Arbeiter keine Frauen und Toechter mitbringen, weil sich die pacha mama, die wie Frauen im allgemeinen, so sagen sie, in Eifersucht faellt und ein Unglueck geschehen laesst.




















"Ich bin Mienler von Beruf!"

Die Mienenarbeiter leben nach Arbeitsanfang wohl noch etwa 15 Jahre und sterben dann aufgrund der Giftstoffe.

Unser Fuehrer war einst selbst da involviert und hat erzaehlt, dass sie manchmal Geheule hoeren, das, wenn man sich der Quelle naehert verblasst und beim Entfernen wieder kommt. Das seien die Seelen der in den Mienen gestorbenen Arbeiter, die nach Erloesung rufen, auch da gehe man dann hin und opfere ihnen Gaben, wonach sie dann in Frieden ruhen koennen.

Die Mienen fand ich echt krass interessant, leider war die Tour ziemlich kurz und wir sind nicht sehr weit rein, aber echt lohnenswert!

Potosí ist auch fuer seine Thermalquellen bekannt, da gingen wir auch hin!
















Hier Jonathan und ich beim Rueckwaertssalto in das mehr als lauwarme Wasser! War echt entspannend. Do woarns auch n poor Boyarn do gweesn!

Danach gings dann also durch zweistuendige Busfahrt in die Hauptstadt Sucre, nicht so interessant, aber schoen!















Hier der Blick ueber die City von einem Aussichtspunkt-Restaurant, in dem wir waren und mich Baby-Mietzekatzen boese abgerichtet haben.

Da Sucre mehr Museen als Einwohner hat, wie ich finde, gingen wir da leider auch rein.















Bilder machen verboten! Wen juckt´s?




















Und in einem Kloster gabs einen Baum, der etwa 1500 Jahre alt sein soll. Baum, Krisi und ich.


Vorletztes Wochenende haben sich auch einige Volontaere dazu entschieden, "etwas majestaetisches zu erfahren", was wir jetzt auch von unserer Loeffelliste streichen koennen. Der sogenannte Huayna Potosí, ein Berg von 6088 Metern war unser Ziel.
















Hier ist die Truppe, wir sind Samstag morgens losgefahren, um erstmal vom Start einen zweistuendigen Aufwaertsmarsch zur Berghuette hinzulegen.















Meine erste Minibesteigung.





















Jakob und sein halbbolivianischer Cousin auf der "Rosstour"

















Kill andean animals is prohibben.

















Endlich in der Herberge angekommen. Wir waren da schon etwas fertig, und die Hoehenluft bringt keine wirklichen Vorteile!
















Da gabs dann Abendessen und dann gings frueh um halb 6 in´s Bett.

Leider konnten einige von uns nicht allzu gut schlafen. Bei der Hoehe hatte ich Kopfweh, Uebelkeit und ein sehr penetrantes Schnarrchen seitens einer der Fuehrer hat mich nicht in den Schlaf gewiegelt, wie ich es mir erhofft hatte.

Morgens frueh um 2 gings aus den Betten. Und tatsaechlich musste ich mich erstmal uebergeben, mehr als einmal um ehrlich zu sein.

Gluecklicherweise waren auch ein paar Schwitzerduetsche da, einer von denen gab mir Tabletten gegen Uebelkeit, was das Ganze schon verbesserte! Allerdings war ich weiterhin ziemlich muede und konnte nicht viel essen. Scheiss drauf, Sachen packen und Pickel in die Hand un los ging´s.




















Jakob war ganz flott bei der Besteigung, mit seinem Cousin waren sie die ersten!

















Eisbergli beim Morgengrauen.















Hier der wundervolle Sonnenaufgang, war echt herrlich, das war schon kurz vor der Spitze, die demotivierend steil nach oben ging und die noch mehr als eine Stunde fuer sich beanspruchen sollte.




















Das bin ich dann endlich oben, nach ueber sechs Stunden Klettern ein befreiender Moment, den man aber dennoch nicht wirklich geniessen kann vor Erschoepfung und Muedigkeit, ich glaub ich war mein Leben noch nie so am A...usspannen.





















Die Sicht vom Gipfel aus.
















Jaja, ueber den Wolken. Nach dem anstrengenden Aufstieg denkt man, man hat die Hoelle hinter sich, aber dann kommt der Abstieg erst noch, da gehts echt nochmal richtig (berg)ab. Das einzig Schoene beim Runtergehen ist, dass man sieht, wieviel man gepackt hat, weil ich so muede war habe ich mich naemlich nur an ein paar Schluesselstellen erinnert.
















Und hier noch mal der Blick von ganz oben!




















Und das war dann beim Abstieg mein Leader Ruben, den ich fuer mich allein hatte, weil die Ellie, meine Partnerin auch sehr von der Hoehe betroffen war, dass sie ziemlich am Anfang zurueck ist. Leider war´s beim Abstieg wolkig und man sah nicht ganz so viel.


Zurueck am Fuss des Berges war ich so froh, dass ich erstmal den Boden gekuesst hab. Das war wirklich so anstrengend, einmal und nie wieder. Aber vale la pena, wie die Bolivianer sagen wuerden!!!

Und das Bild wollte ich eigentlich auch am Gipfel machen, da war´s aber uebertrieben windig und kalt:















Reinhold Messner: Das Bild ist fuer dich, du Lusche!!

War richtig coole Erfahrung. Sonst ist natuerlich auch ganz schoen viel passiert in La Paz. Es gibt jeden Tag Demonstrationen von allen Arbeitergruppen. Und wenn die Lehrer streiken, dann marschieren am naechsten Tag die Eltern, weil die Schulen geschlossen sind. Und dann gibt´s keine Busse und man muss ewig warten, bis man mal daheim ist, naja. Wenn´s zu Ausschreitungen kommt, dann wirft die Polizei auch mal mit Traenengas: Sehr traurig, hat mich auch zum Weinen gebracht...
Ausserdem waren wir neulich Forelle essen vom Titikakasee, riskant allerdings. Die werden gerne aufgehoben, wenn die Nachfrage nicht ganz so hoch ist. Bekam eine Mageninfektion.
Darueberhinaus wollen wir diese Woche als Volontaersausflug ins Gefaengnis San Pedro, lese ich gerade ein Buch drueber. Das ist wirklich krass, wie eine eigene kleine Stadt, dank der korruptiven Polizei ist bzw. war da alles moeglich, frueher gab es da richtige Touren fuer Touristen. In manchen Faellen der Gefangenen leben da sogar Frauen und Kinder mit denen im Kittchen. Man muss sich eine eigene Zelle kaufen und es gibt auch Kabelfernsehen und Internet, Restaurants, Aerzte, etc. Bin echt mal gespannt, wie´s wird.

Jo, bis zum naechsten Mal!!!

4 Kommentare:

  1. Please don't make fun of me. Because that is what Wikipedia writes about me:

    "Reinhold Messner is ... often cited as the greatest mountain climber of all time."

    P.S. Ich bin jetzt auch dein Fan
    P.P.S. Zeig doch mal deinen anderen Fuß!!!
    P.P.P.S Berg Heil! (wie wir Bergsteiger sagen)

    AntwortenLöschen
  2. Die Pfullinger30. Mai 2010 um 08:54

    Huhu Benschi,

    das ist ja ne krasse Bergwanderung gewesen. Aber ist doch super cool wenn mans dann doch echt gepackt hat :-)
    Freut mich voll wenns Dir so gut gefällt. Wünsch Dir was und lass es Dir gut gehen.

    Liebe Grüße
    Ulli

    AntwortenLöschen
  3. Maria Steinhart30. Mai 2010 um 12:09

    Hey Benny
    Wir sind nun wieder aus Südtirol-Dolomiten-
    zu Hause gut und "erlebnisvoll" angekommen.
    Und deine Bergtour ging wohl über die Grenzen
    hinaus!Das soll dir mal "unsereiner" nachmachen.
    Also Benny, für mich großartig - und wie Ulli
    schreibt:super cool! Wenn ich nur daran denke,
    fehlt mir die Luft zum Atmen!
    Habe ein Zitat von R. Messner in seinem Museum
    gelesen:
    Ich wollte einmal hoch hinauf steigen,
    um tief in mich hinabzusehen.
    Übrigens dieses Museum -Sigmundskron-Bozen
    von R.Messner ist gigantisch.
    Benny, noch zwei wunderbare Monate in La Paz
    wünscht dir Momml

    AntwortenLöschen
  4. Hey Benny
    Glaub du bist der nächste Rambo wenn du wieder kommst, nen 6000tausender nicht schlecht !
    Genieß die restliche Zeit noch und halt die Ohren steif !
    Gruß Markus

    AntwortenLöschen