Samstag, 6. Februar 2010

Und taeglich gruesst die Regenzeit

Hui, war gerade schoen gemuetlich auf der Strasse unterwegs und zack - Wasserlaeufer! Der Regen kam urploetzlich und die Strassen sind vom einen Moment zum anderen ueberflutet. Mein linker Fuss, der im Gegensatz zum rechten wenigstens mit einem lochfreien Schuh gesegnet ist, blieb dabei aber nicht mal eine Fissematente weniger nass als sein eingeweichtes Gegenueber!!
Ich weiss, es wird wieder mal Zeit, mich von hier zu melden!

Erstmal noch Danke fuer die Weihnachts- und Neujahrswuensche von Euch, hat mich alles sehr gefreut!

Wo wir schon dabei sind, fange ich doch da mal an mit Weihnachten.

Ich war ja, wie ich letztes mal zu erfahren gemacht habe, im Maedchenheim der fundación. Einen Tag vor Weihnachten gab es erstmal da ein Weihnachtsfest, und zwar gemeinsam mit den Jungenheimen. Jedes Heim musst eine Vorstellung, ein Theater oder ein Lied vortragen.



















Dieses Bild wurde leider ein bisschen dunkel... Man sieht hier in einen baertigen Jungen, der meiner Erinnerung nach Josef gespielt hat!















Volontaersfoto mit lieben kleinen Maedchen (die zweite von links war eine Besucherin aus England). Es war wirklich ein nettes Fest und am Ende kam was ganz Grosses fuer die Kinder: Der Coca-Cola-Nikolaus mit ganz vielen Helferlein, die fuer die Kinder eine Cola ausgeschenkt haben. War wirklich cool.

Am Tage des Heiligen Abends mussten wir erstmal arbeiten. Wir haben einen kleinen Ausflug ins Zentrum an den Prado mit den Maedle gemacht und waren da ein bisschen spazieren.
















In der Vorweihnachtszeit haben die Bettler das grosse "ding ding ding ding" gerochen. Ist ja alles schoen und gut, aber wenn die dann wie hier ihre kleinen Kinder als Mittel zur Geldeintreibung behandeln, so finde ich das nicht mehr so schoen, geschweige denn gut! Man hat auch sehr haeufig Kinder in bunten Einheimischen-Trachten mit obig abgebildeter Mini-Gitarre, genannt Charango, gesehen, die dann auch immer sehr aufdringlich zu Weisshaeutigen sind...














Wir kamen an der plaza Murillo vorbei, wo die Tauben das Viertel regieren. Auf Taubenjagd waren die Maedels vom Heim die wahren Kappos, aber auch wir haben es nicht unversucht gelassen und dem Christian hier ist es auch ganz gut gelungen nach einiger Zeit. Krankheitserreger sind selbigem fremd, gleich darauf hat er einen Fingersnack gekauft und zu sich genommen. Bei mir ging der Taubenfang aehnlich schief wie die Kaktus-Odyssee, ich habe eine nur am Schwanz erwischt, war der aber egal, die ist weitergeflogen und ich hatte nur noch ihre Federn in der Hand, schien sie aber gluecklicherweise nicht zu kuemmern!
Nach der Arbeit ging es dann nach Hause, wo schon auch alles vorbereitet wurde. Dekorieren, kochen und in einigen wenigen Faellen, wie meinem, noch Geschenke einpacken... Dann, etwa um halb 9 gings los. Das Essen stellten zwei grosse Huehnchen dar, war auch sehr lecker (laesst darauf schliessen, dass ich nicht so viel in der Kueche beigetragen habe)!
















Hier sieht man die Abendtafel, in der man auch ganz legere einen Bademantel tragen durfte.

Nach dem Essen haben wir dann Platz gemacht und eine gemuetliche Runde geschaffen. Da wurden dann einige nette Weihnachtslieder gesungen, simultan auf deutsch und auf englisch, und da die Anna die ganzen deutschen Texte ausgedruckt hatte, haben wir die Englaender dann auch immer ab der zweiten Strophe in den Schatten gestellt ;)


Danach wurde dann gewichtelt, was ich auch sehr schoen fand. Eben jene Anna hat mich gezogen und von ihr habe ich dann ein Fussball-Trikot von einem La-Pazzer-Verein bekommen und ein Erdinger-Weissbier, juhuu!



















Auch der gute alte Tannenbaum hat sich nicht lumpen lassen und den Geschenken Obhut geboten. (Die weisse Tuete war meine, juhuu). Auch mir selber habe ich eine Freude gemacht. Einen Second-Hand-Pullover habe ich mir fuer 14 Bolivianos gekauft, eingepackt und mit gespielter Freude empfangen! Man goennt sich ja sonst nichts.
Ja, das war dann so der Weihnachtsabend, am naechsten Tag hatten wir frei und wurden vom padre besucht.


Zu Silvester kann ich leider nicht ganz so viel erzaehlen, nicht wegen Filmriss, sondern weil ich es am Magen hatte und nicht so lange konnte. Wir haben gemuetlich was getrunken und um 12 sind wir dann raus zum Schiessen. Man kann sagen, die bolivianischen Raketen sind nicht so der Knaller (wenn sie wenigstens das gewesen waeren...), nein die gingen in die Luft und das war´s dann fast schon. Und so beim Blick ueber La Paz war da jetzt auch nichts wirklich Beeindruckendes. Was hier gemacht wird, wir aber nicht gesehen haben, ist, dass manche Leute beim Jahresuergang mit dem Koffer Treppen auf und ab steigen in der Hoffnung, dass sie im Jahr viel reisen. Oder auch dass sie das Geld, dass sie dabei haben, schnell zaehlen, damit sie mit guten Finanzen gepriesen werden. Wir haben allerdings auch einen bolivianischen Brauch unser gemacht und zwoelf Trauben - jede fuer einen Wunsch pro folgende Monate stehend - verputzt.

Und danach ging´s fuer mich nicht mehr lange weiter, um halb 2 war mein Zapfenstreich.

Sonst die restliche Zeit im Maedchenheim haben wir kleinere Ausfluege unternommen:















Hier waren wir im Kino. Felix the cat hat uns gezeigt, wie er nicht nur den Weihnachtsmann, sondern sogar gleich ganz Weihnachten gerettet hat. Wow, ich war wirklich beeindruckt, auch wenn ich es nicht immer ganz realistisch fand.

Einen fuenf-Tages-Ausflug gab es sogar auch, und zwar nach Cochabamba (wo ich schon mal als Super-Touri war) die Bilder muss ich aber erst noch hochladen, die kommen dann das naechste Mal!!

5 Kommentare:

  1. Ich weiß noch, dass ich in der 1. oder 2. Klasse beim Weihnachtstheater in der Schule auch den Josef spielen wollte (weil Kathrin Knaus die Maria war)... leider hatte ich nicht so viel Glück wie der kleine Junge...

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  2. hy, benny, es ist so eine freude deine erlebnisse bzw. geschichten zu lesen. bin wie immer total begeistert.:D aber weißt du, was ich dir mitteilen kann, bei uns schneits gerade jeden tag. die straßen sind leider nur teilweise geräumt. heute habe ich den stil von der schneeschaufel abgebrochen. wie immer a liabs griaßle aus dem schwobaländle

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  3. Wo ist der nächste Block???

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  4. Hallo Benny, auch ich warte auf die nächste Nachricht aus Bolivien!
    Geht es dir gut? Was treibst du denn so?
    Hier ist alles beim Alten, außer dass meine Zeit in Biberach vorbei ist und ich gerade wieder auch unter der Woche zu Hause bin!
    Liebe Grüße aus dem immer noch verschneiten Stuttgart, Karin

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  5. hey benny
    musste heute feststellen, dass dein blog immernochnicht an qualität verloren hat. gut so.
    wie siehts mit mal wieder portugal?

    gruß dani

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