Nur unsere europaeischen Maegen sind ihren Aufgaben hier noch nicht so richtig gewachsen, es gibt immer mindestens einen Volontaer, der oefter auf der Schuessel sitzt, als im Bus zur Arbeit. Beliebt hier ist das sogenannte Choripan (heisse Knoblauchwuerstchen in einem Broetchen, die erst ab 6 Bollis empfohlen werden, da die billigen zumeist mit Eselfleisch oder weiss Gott was vermischt werden). Als jakob, ein Volontaerskollege, ganz froh und stolz verkuendet hatte, er habe auf der Strasse einen Stand mit Choripan fuer 2 Bolivianos (Jakob + Choripan = Jacky Pan) gefunden , wusste er noch nicht, dass er es am darauffolgenden Tag bereuen sollte. Fieber und Durchfall suchten ihn heim als Resultat seiner Preis-Leistungs-verhaeltnismaessig guenstigen -im Endeffekt doch teuren- kulinarischen Expedition.
Die Trendmode hier in Bolivien ist auch definitiv anders als in Deutschland: Wenn man durch die Strassen laeuft, dann kommt man auf jeden Fall an Jugendlichen und auch Erwachsenen vorbei, die mit dem guten alten Yoyo ihre ganze Freude ausleben. Man moechte meinen, in Deutschland waeren solche Leute heutzutage out (sind sie meiner Meinung nach auch -.-), aber hier gibt es noch ganz andere Dinge, worueber so manch Deutscher lachen wuerde, wie Dragonball Z. Gut und gerne hoert man hier auch noch die deutsche Kultband "Modern Talking". Mein Chef ist da voll Fan von!
Wenn ich an mein Spanischbuch von damals denke, dann faellt mir auch auf, dass hier zu "E-Mail" niemand als Verniedlichungsform "Emilio" sagt, worueber ich auch schon ausgelacht wurde... Auch "así así" fuer "geht so" oder schlicht und einfach "geht" sagt hier keine Sau. Aber ist ja offensichtlich, dass es hier im suedamerikanisch gebraeuchlichen Castellano einige Unterschiede zum Spanischen gibt, bin jedoch ganz froh, dass in Bolivien ziemlich klar und deutlich gesprochen wird!
Zu den letzten Herumreisereien, die ich gemacht habe, kann ich nun auch einiges erzaehlen:
Vor ein paar Wochen war ich in Chulumani, das ist in den Yungas, also in der Humidzone. Da gibt es so viel Fruchtanbau, dass man zur Hochsaison 250 Orangen zum Spottpreis von drei Bolivianos kaufen kann, wie uns gesagt wurde! Acht Stueck auf einen Eurocent! Auch die riesige Kultur der Kokablaetter wurde uns vor Augen gefuehrt:
Hier werden sie getrocknet, die kaubaren Blaetter.
Es gab auch einen Touristenhof, den wir einen Tag besuchten mit Papageien, Schildkroeten und Hunden. Die Hunde sind so riesige Doggen, die uns dann den Weg zu einem Fluss fuehren sollten. Das haben sie auch dann getan, auf halbem Weg hatten sie aber ploetzlich keine Boecke mehr und liessen uns zurueck. Ein Grund, warum ich Katzenmensch bin...
Zuruck an dem Hof melkten wir dann noch eine Kuh im Stall.
Ein Stueck Heimat...
Auch die Heimfahrt war erlebnisreich kann man sagen. Mit dem Bus durch die Yungas ist ja schon ganz schoen. Wenn dann aber mittendrin das Benzin zur Neige geht, ist das dann erst mal nicht mehr so cool... Doch diesen Moment habe ich extra festgehalten!
Da stehst du dann und weisst erst mal nicht weiter. Sachen packen - Daumen raus, war dann die Devise! Und wir hatten Glueck, auf einem Picker durften wir uns hinten auf seine Ladeflaeche setzen und dann ging´s open air durch die Yungas. Das war mal viel cooler, als so ein wackliger Reisebus, der dich nicht mal einen von den 40 Bollis Fahrtgeld wieder sehen laesst. War echt schoene Rueckfahrt!!!
Der oktober´sche Ausflug der Volontaere fand im sieben-acht Stunden entfernten Cochabamba statt. Unter den Volontaeren habe ich mir dank meinem Lonely Planet Buch den Touristentitel unter uns geholt!
Das Buch fuehrte uns erstmal zum Fruchtsalat essen. Da sind der englische Roger, Joni und ich (von rechs nach links) zu sehen!
Cochabamba ist vor allem fuer seine Kueche beruehmt, das haben wir dann natuerlich auch ausgenutzt und waren oft essen (und wer konnte mit seinem Buechlein die guten Restaurants vorschlagen, na?)
Wir nahmen einen Spaziergang zu einem ausserhalb gelegenen Bad, das heisses Wasser versprach:
Das ist die Stephi auf dem Weg
Am naechsten Tag gingen wir dann nach Rio de Janeiro um vor seiner beruehmten Jesusstatue ein Touristenfoto zu schiessen! Quatsch, wir waren natuerlich nicht mal so auf Tagtrip in Brasilien. Diese Statue ist nur ein bolivianisches Plagiat aus dem Jahre 96, wenn ich es recht weiss (muss zugeben, ich interessiere mich nicht so fuer die Daten). Das klischeehaft vorbelastete Touri-Foto haben wir uns dennoch nicht nehmen lassen!
Ja, war auf jeden Fall cool in Cochabamba, da konnte man nachts wie im Urlaub mit kurzen Hosen raus, so schoen warm ist´s in La Paz leider nicht...
Zurueck in La Paz mussten wir dann feststellen, dass bei unserem Waschbecken Rohrbruch aufgetreten war. Weder Werner Beinhart noch Super Mario, die wohl beruehmtesten Klempner, waren nicht anwesend und so mussten wir warten, bis der arco iris Klempner kam.
Hier(Beweisfoto) sieht man den betretenen Jakob, der nicht nur wegen Ueberflutung, sondern auch wegen der bevorstehen Wasserrechnung einen enttaeuschten Eindruck macht ;-)
Allerheiligen wird in Suedamerika anders gefeiert als in Deutschland.
Ein paar Tage vorher wird zunaechst einmal Brot gemacht, so wie das hier gerade Carmiña und Ana, zwei der Chefs in meinem Projekt, vorfuehren. War mal wieder ganz cool, so ein bisschen in der Baeckerei zu sein! Das Brot wird dann fuer den día de los muertos, den Tag der Toten(Allerseelen in Deutschland) benoetigt! Da ist die ganze Stadt auf dem Friedhof und ein jeder gedenkt seiner Verstorbenen, indem er vor dem Grab sitzt, betet und ihn damit wuerdigt, die Lieblingsspeisen des Toten mitzubringen. Vor allem ist es eben ein grosser Brauch, Brot mitzubringen. Als Aussenstehender, wie wir, wird man dann gefragt, ob man fuer die Angehoerigen ein Gebet zum Himmel schicken kann. Und wenn man dann einmal angefangen hat, dann kommt man da auch nicht mehr so schnell weg als Weisser, weil jeder will, dass man betet. Einige von uns wurden dabei von den Friedhofsbesuchern sogar gefilmt... Wenn man dann gebetet hat, kriegt man auch danach immer das Brot, das alle auf den Friedhof mitbringen, sodass man dann mit einer grossen Tuete voll (schon leicht hartem) Brot nach Hause kam!
Das sind so ein paar Unterschiede, die man halt so in Deutschland nicht kennt!
Auf dem Bild sieht es so aus, als wäre Jakob traurig weil er auf den Boden gepinkelt hat ... von wegen Wasserschaden!!!
AntwortenLöschenHey Bennj, freut mich das Du wieder mal Zeit gefunden hast um nen Eintrag zu machen. Sehr cool.
AntwortenLöschenHallo Bende
AntwortenLöschenMein 1.Kommentar an dich.
Mein Internetzugang ist wieder freigeschaltet.
Seit 4wöchiger Invalenz. "Gott sei Dank".
Bende, vielleicht wird aus dir noch ein
bolivanischer Journalist und Autor.
Du schreibst so Originell, lustig, "chillig"!
Ich bin heute schon dein bester Fan - wirklich.
Mach weiter so.
Ich muss manchmal nur noch staunen und mich
wundern.
Mama
Hey Benny,
AntwortenLöschenund wie gehts und stehts in Bolivien??
Unglaublich was du hier für Texte rein setzt, da macht mir sogar das Lesen spaß, und du weisst ja am besten wie Ich über das Lesen denke!! Da kann man deine Mama nur zustimmen.
Hier in Gammertingen ist alles wie immer, total langweilig eigentlich!
Dem letzt hast du ja mit meinem Bruder telefoniert, da ist er gleich ganz Stolz zu mir gekommen und hat erzählt wie er mit dir geredet hat!
Als wir bei Reisers Geburtstag schon gezählt haben wie lang du weg bist bzw bis wnan du wieder kommst, hat man gemerkt dass wir dich schon vermissen!!
Wünsch dir noch ganz viel Spaß in Bolivien! Bleib gesund und munter!
Gruß Chri
Hey Benny,
AntwortenLöschenso jetzt meld ich mich auch mal bei dir..
Echt toll was du alles erlebst, da wird man manchmal beim lesen ganz schön neidisch:). Hoff bei dir ist alles klar und du denkst ab und zu auch an deine gute alte Heimat?
Muss Chri recht geben, bei uns gibts wirklich absolut nix spannendes, naja..
Aufm Weihnachtsplan hätten wir dich echt gebraucht. Du fehlst einfach;)
Liebe Grüße && bis bald..
yvii