Sonntag, 14. April 2013

Der letzte Grund


So, die letzte Woche bricht an für mich und somit auch der letzte Blog. Ich hatte die letzten zwei Wochen Arbeitspause und diese Zeit zum Reisen genutzt, was auch wirklich sehr schön war. Ich hatte erst vorgehabt, den Mount Kenya zu besteigen über Ostern, aber da andere Praktikanten auch verreist sind, bin ich mit welchen auf die schöne halbautonome Insel Zanzibar in Tanzania gefahren. Boah, 15 Stunden tagsüber im Bus, das war schon mies. Wir sind dann abends in der Noch-Festland-Hafenstadt Dar Es Salaam angekommen und waren alle ziemlich fertig. Am nächsten Morgen haben wir dann übergesetzt mit der Fähre, diese beiden Reisemittel kosteten uns ungefähr zu viel Geld und Zeit, weswegen wir uns später für einen Rückflug entschieden, der nicht mal viel teurer war.
In ziemlich vielen Teilen der Mittelostküste wuselt es von Muslimen. Auf Zanzibar zählen sie 97% von der Bevölkerung, was man an den vielen schön geschnitzten Holztüren sehen und spüren darf.
In „Stone Town“ angekommen sind wir dem durch und durch inkompetentem Taxifahrer Abdul begegnet, dem wir den Auftrag gaben, uns zu einer günstigen Herberge zu bringen, er brachte uns zu einem Hotel, das für 50€ die Nacht unser Budget weit überstieg. Er sollte uns als nächstes in ein günstiges Restaurant, wo man frischen Fisch essen könne, bringen. Das wiederum war dann so „günstig“, dass wir auch da passen mussten. Abdul hat sich währenddessen allerdings vom Acker gemacht und wir wussten nicht wo wir waren und mussten somit ein anderes Taxi nehmen, also wieder mal ein Schuss in den Ofen. Später haben wir uns dazu entschieden, in den Norden der Insel zu fahren – mit den öffentlichen.


Wir landeten an einem wunderschönen Strand, sind gleichmal rein in das warme Nass und haben den Abend mit einem wunderschönen Sternenhimmel genossen. Wow, man konnte die Milchstraße so hell scheinen sehen, und der Große Wagen stand auf dem Kopf, was mein bescheidenes astrologisches Wissen auch darauf gestellt hat, also auf den Kopf.
Für die drei folgenden Tage haben wir uns ein Auto gemietet und auch gut daran getan, die Korruption bleibt allerdings alles andere als aus. Alle fünf Kilometer gibt es eine Polizeistation, aber meistens haben wir uns durchgewurschtelt, nur ein junger Seicher  hat´s wissen wollen, dem mussten wir dann so 15€ geben. Am nächsten Tag haben wir uns aber so eine Fahr-Erlaubnis geholt, dann ging das alles in Ordnung.
Einparken als Linksverkehrer

Wir sind in den Süden, wo man mit den Delfinen schwimmen konnte, mit Taucherbrille und Schnorchel. Herrlich, ein Delfin hat vor mir seinen Darm entleert, aber später beim chilligen Schnorcheltauchen hab ich mich gerächt und kleine Fische angepinkelt.

 Die Regenzeit lässt auch auf Zanzibar grüßen!

Baseball am Strand mit Holzscheit und Mangostein. Chris wird hier gleich out gehen.

Zanzibar war echt endschön und wir sind alle auch länger geblieben als ursprünglich geplant. Zurück sind wir dann nach Arusha geflogen, das ist eine Stadt am Mount Kilimanjaro. Dort haben wir übernachtet und sind am nächsten Tag mit dem Bus (sechs relativ angenehme Stunden) zurück nach Nairobi. Den Berg haben wir zwecks Überwölkerung allerdings nicht wirklich gesehen.
Semi-herrlicher Blick auf Afrikas höchsten Berg, im Norden Tanzanias

Und heute waren wir noch bei den fourteen falls. Wenn´s schön und trocken ist sieht man 14 Wasserfälle nebeneinander, wenn Regenzeit ist nur einen großen, war aber trotzdem sehr massiv und schön.
Kuckt mal auf Google wie das in der Trockensaison aussieht, da kannst du dann auch runterspringen.

Marina aus Brasilien und ich

Ja und jetzt arbeite ich noch eine Woche im mir lieb gewonnenen Nairobi, Abschied nehmen von der Schule und den Kindern, letzte Souvenirs kaufen, einen Abschlussbericht schreiben und so weiter. Aber ich freue mich schon sehr, wieder nach Hause zu kommen. Es war eine sehr schöne Erfahrung. Es gab Konfrontationen mit herausfordernden Situationen, mit Trauer, Armut, Mitleid, aber natürlich auch mit Lebensfreude, Glückseligkeit, bereichernden Menschen und viel Mutmachung von Euch zu Hause J



Und zum schönen Abschluss: Nairobibale