Freitag, 16. Juli 2010

Mein Tag

Es ist 7.50 Uhr. Mein hier erworbenes Nokia piepst mich sanft aus dem Schlaf. Ich stehe auf, die Sauerei in meinem Zimmer ignoriere ich wie jeden Morgen souveraen. Katzenwaesche, Fruehstueck, Zeug packen und ab geht´s!
Ich gehe aus der Haustuere, wahlweise mit anderen Volontaeren, strecke meinen Arm aus und wenn dann zufaellig ein Bus vorbeifaehrt und anhaelt, steige ich ein.














Hier ist der Minibus der Nummer 388, der von unserem Haus bis zu unserer Arbeitstelle in etwa einer halben Stunde faehrt, je nach Staulage kann´s auch mal ´ne knappe Stunde dauern. Die Busse haben keinen Zeitplan, mal hat man Pech und man muss ziemlich lange warten.
Die Busfahrer darin geben gerne ihre Lebensweisheiten auf Aufklebern preis, die sie im ganzen Bus verteilen. Da ist zum Beispiel: "Fordern Sie nicht Geschwindigkeit, fordern Sie Sicherheit", oder "Besser eine Minute im Leben verlieren als das Leben in einer Minute", oder auch schoen "Nicht spucken!".














Und so sieht der Spass dann von innen aus mit vielen lustigen Volontaeren.

Danach angekommen im casa de paso, dem Jungenheim, wo sich viele Bueros der Projekte befinden, muss man sich einschreiben mit Uhrzeit.














Der Don Norberto arbeitet schon ab 7:00 morgens und haelt fuer uns auch immer die Post bereit, die wir auf die Postfachnummer der fundación, schicken lassen und die dank dem super bolivianischen Post-Mega-Service auch mal gute zwei Monate fuer sich beanspruchen kann und mehr.














Hier sieht man die Ana-Evelin und die Carmiña, zwei unserer drei Chefinnen.

Montags gibt es dann immer eine woechentliche Besprechung, ueber problematische Sparer, die ihre Kompromisse nicht realisieren und sonstige Probleme oder Angelegenheiten. Danach gehe ich dann raus auf die Strasse, um bei meinen Sparern ihr Geld einzunehmen.
Mir gefaellt die Arbeit sehr, weil man viel draussen ist und in La Paz findet das Leben eben draussen statt! Somit bin ich auch unter dem staendigen Risiko, Sachen einzukaufen, wie zum Beispiel dem chinesischen Teller (der Plastikteller, den man auf nem Holzstab zum drehen bringt und huepfen lassen kann), welcher inzwischen in Mode ist, das gute alte Jojo ist out...














Und hier ist sie, das Lieblingsbrunching aller Bolivianer: Die salteña!!! Man muss jedoch aufpassen, wo man isst, an so einem Staendchen auf der Strasse kann man durch Zu- auch mal Durchfall bekommen! Es gibt Salteñas in allen vorstellbaren verschiedenen Formen: Es gibt Salteña fritiert, es gibt Salteña gebacken, es gibt Salteña scharf, Salteña mittelscharf, Salteña mild, Salteña mit Huehnchen, Salteña mit Huehnchen und mit scharf, mit Rind, gemischt...es gibt Salteña vegetarianisch, Salteña mit Ei, Salteña ohne Ei... Aber wie gesagt, man muss aufpassen, an diesem Stand hier habe ich zum Beispiel enmal gegessen und ich wuerde es nie wieder tun. Da kann(s) schon mal scheisse laufen.


















Und das ist die Sicht in der Stadt auf den Stadtpatron Illimani, den seh ich immer, wenn ich durch die Strassen ziehe!














Hier geht´s dann zum Sparen, dieser Kollege heisst Jesús (ja, wirklich), Spitzname Erloeser (Nein, das ist jetzt ein Witz)! Ja, so sehen hier die Schuhputzer aus, anfangs hatte ich da auch erhebliche Schwierigkeiten, die alle kennenzulernen und beim Namen zu nennen! Aber laeuft super jetzt und weil die immer so lustig drauf sind macht das auch so viel Spass, mit denen zu plaudern und lachen und natuerlich auch sparen (meistens so 5 - 10 Bolivianos).
Die polyphone Melodie eines Stueckes vonTschaikowski ertoent: Meine Chefin ruft mich an, wir haben Dienst im comedor, dem Essensraum und muessen da Essen ausgeben.














Im comedor wird Suppe (manchmal mit Hennenfuss), Hauptgericht und Nachtisch ausschliesslich mit einem Loeffel gegessen! Da hier nicht nur die Jungs vom Jungenheim essen, sondern auch von anderen Projekten, worunter auch Drogenabhaengige sind, gibt es weder Messer noch Gabel, damit die da nix mitnehmen und zu ungehoerigen Zwecken verwenden!
Nach dem Essen gehe ich um die 2 Uhr wieder raus auf die Strasse und gehe dieses Mal zu den Strassenverkaeuferinnen. Zwischen 2 und 3 Uhr sieht man in den ganzen kleinen Fernsehern auf der Strasse die hierseits sehr beliebte Telenovela aus Peru.
So ziehe ich also los, staendig auf der Suche nach motivierten Sparern, oft heisst es bei manchen immer "mañana", und obwohl sie schon ein paar Moneten foil haetten, wuerden sie lieber am naechsten Tag sparen. Aber die meisten machen es schon mit Frohsinn.














Das ist die gutmuetige Nati, die an ihrem Staendchen ihren Orangensaft verkauft und mir immer wieder einige saftige Orangen schenkt.
Bei den Sparern bin ich der jóven Benjamín, wobei das j wie ch ausgesprochen wird. Oder der gute Damaso nennt mich auch hermanito. Die sind schon sehr herzlich alle!

Bis 5 Uhr arbeite ich dann und gehe zurueck ins Buero, wo ich noch kurz das Geld zaehle und dann heimwaerts gehe!














Das ist der Fidel, ein Schuhputzer mit dem ich spare, da waren alle ganz schick, weil das war das 20 jaehrige Jubilaeum der Schuhputzer-Assoziation Alpeve (so heisst die, es gibt einige Schuhputzervereinigungen in La Paz, die zum Beispiel auch mal in Fussballturnieren gegeneinander spielen)!














Und das ist nochmal meine Chefin Ana, ihr Mann Viktor und ihr Butzerle Alejandro, bei seiner Taufe, zu der wir eingeladen wurden. Die sind mir auch alle so an´s Herz gewachsen...

Zurueck zu meinem Tag. Nach Feierabend geht´s heim in das Viertel Alto Obrajes.














Unsere Mietzi! Mit einigen freundlich-nervigen Miaus begruesst sie jede Sau!
Und wer glaubt, nach der Arbeit und viel Spanisch kann ich in meiner Sprache reden, der taeuscht sich. Im Volontaershaus wohne ich mit Koelnern, anderen Nordlichtern und Englaendern zusammen, also mit schwaebisch geht da nix... Hochdeutsch zu lernen war nicht sehr leicht, aber anders haetten mich die anderen nie verstanden!
Daheim heisst´s dann Waesche machen, was kochen (danke, dass es dich gibt, Spiegelei!) und mit den anderen Volontaeren plaudern oder ausgehen.















Und wenn´s mir sonst mal langweilig ist, treffe ich mich mit dem La Paz´schen Buergermeister Revilla und geh mit dem auf d´ Gass!

Das ist mehr oder weniger mein Tag gewesen, hat mir echt immer sehr gefallen. Aber fuer mich hat hier in Bolivien nun schon die letzte Woche angeschlagen, weswegen das hier auch mein letzter Blogeintrag gewesen sein wird. Hierfuer danke an die Leser und die lieben Rueckmeldungen!

Mein Jahr hier in Bolivien war wunderschoen und ich bin von Herzen dankbar, dass ich es erleben durfte: An den Herrgott, an meine Familie, an Herrn Funke, an die fundación arco iris, den padre, meiner Chefin Ana, den anderen Volontaeren und allen, die es fuer mich von Nah und Fern hier so schoen gestaltet haben! Und obwohl ich mich riesig freue auf zu Hause und auf Euch alle, bin ich sehr traurig, Abschied nehmen zu muessen.

EIN HERZLICHES DANKESCHOEN UND AUF WIEDERSEHEN!!!
Kein "Adiós", sondern ein "hasta luego"!

Benny en Bolivia

Mittwoch, 26. Mai 2010

Climbing the mountain!

So, meine Lieben! Lang ists her seit meinem letzten Blog-Eintrag! Hier also die "neuesten" News.
Wir hatten im April den Volontaersausflug in die Mienenstadt Potosí und in die Hauptstadt Sucre. Es fing an in Potosí, nach einer mittelmaessigen Nachtfahrt ging es morgens gleich in die Mienentour.
Zuerst geht man auf den Mienenmarkt, wo man Coca-Blaetter, Bier, reine Tabakzigaretten und schliesslich noch Dynamit kauft, was man dann alles den Mienenarbeitern mitbringt und ihnen schenkt.















Roger, Brigitte, Jan und Eli mit TNT.

Danach ging´s an´s Bekleiden. Hemad, Hos, Helm, Funzel und Metzgerstiefel!



















Hier sind Anto, Stephi und ich als Super-Turi mit Dynamit und Lonely Planet!

Das Dynamit kann da fuer umgerechnet einen € erworben werden, habe ich dann auch mit nach La Paz geschmuggelt, hehe, jetzt heisst´s mal in die Pampa gehen und zuendeln!















Und das sind Marcia und ich als authentische Mienenschaffer mit Coca-Blaettern zwischen den Zaehnen, wir haben uns halt angepasst!

Dann gingen wir endlich rein in den cerro rico. Und was uns hier erzaehlt wurde, das sind krasse Geschichten und ein so interessanter Glaube.



















Hier sieht man den tío, der Teufel und der Gott der Miene, dem immer Opfergaben gemacht werden, gerade Koka-Blaetter und so! Auch die pacha mama, die Mutter Erde, hat viel damit zu tun. So duerfen die Arbeiter keine Frauen und Toechter mitbringen, weil sich die pacha mama, die wie Frauen im allgemeinen, so sagen sie, in Eifersucht faellt und ein Unglueck geschehen laesst.




















"Ich bin Mienler von Beruf!"

Die Mienenarbeiter leben nach Arbeitsanfang wohl noch etwa 15 Jahre und sterben dann aufgrund der Giftstoffe.

Unser Fuehrer war einst selbst da involviert und hat erzaehlt, dass sie manchmal Geheule hoeren, das, wenn man sich der Quelle naehert verblasst und beim Entfernen wieder kommt. Das seien die Seelen der in den Mienen gestorbenen Arbeiter, die nach Erloesung rufen, auch da gehe man dann hin und opfere ihnen Gaben, wonach sie dann in Frieden ruhen koennen.

Die Mienen fand ich echt krass interessant, leider war die Tour ziemlich kurz und wir sind nicht sehr weit rein, aber echt lohnenswert!

Potosí ist auch fuer seine Thermalquellen bekannt, da gingen wir auch hin!
















Hier Jonathan und ich beim Rueckwaertssalto in das mehr als lauwarme Wasser! War echt entspannend. Do woarns auch n poor Boyarn do gweesn!

Danach gings dann also durch zweistuendige Busfahrt in die Hauptstadt Sucre, nicht so interessant, aber schoen!















Hier der Blick ueber die City von einem Aussichtspunkt-Restaurant, in dem wir waren und mich Baby-Mietzekatzen boese abgerichtet haben.

Da Sucre mehr Museen als Einwohner hat, wie ich finde, gingen wir da leider auch rein.















Bilder machen verboten! Wen juckt´s?




















Und in einem Kloster gabs einen Baum, der etwa 1500 Jahre alt sein soll. Baum, Krisi und ich.


Vorletztes Wochenende haben sich auch einige Volontaere dazu entschieden, "etwas majestaetisches zu erfahren", was wir jetzt auch von unserer Loeffelliste streichen koennen. Der sogenannte Huayna Potosí, ein Berg von 6088 Metern war unser Ziel.
















Hier ist die Truppe, wir sind Samstag morgens losgefahren, um erstmal vom Start einen zweistuendigen Aufwaertsmarsch zur Berghuette hinzulegen.















Meine erste Minibesteigung.





















Jakob und sein halbbolivianischer Cousin auf der "Rosstour"

















Kill andean animals is prohibben.

















Endlich in der Herberge angekommen. Wir waren da schon etwas fertig, und die Hoehenluft bringt keine wirklichen Vorteile!
















Da gabs dann Abendessen und dann gings frueh um halb 6 in´s Bett.

Leider konnten einige von uns nicht allzu gut schlafen. Bei der Hoehe hatte ich Kopfweh, Uebelkeit und ein sehr penetrantes Schnarrchen seitens einer der Fuehrer hat mich nicht in den Schlaf gewiegelt, wie ich es mir erhofft hatte.

Morgens frueh um 2 gings aus den Betten. Und tatsaechlich musste ich mich erstmal uebergeben, mehr als einmal um ehrlich zu sein.

Gluecklicherweise waren auch ein paar Schwitzerduetsche da, einer von denen gab mir Tabletten gegen Uebelkeit, was das Ganze schon verbesserte! Allerdings war ich weiterhin ziemlich muede und konnte nicht viel essen. Scheiss drauf, Sachen packen und Pickel in die Hand un los ging´s.




















Jakob war ganz flott bei der Besteigung, mit seinem Cousin waren sie die ersten!

















Eisbergli beim Morgengrauen.















Hier der wundervolle Sonnenaufgang, war echt herrlich, das war schon kurz vor der Spitze, die demotivierend steil nach oben ging und die noch mehr als eine Stunde fuer sich beanspruchen sollte.




















Das bin ich dann endlich oben, nach ueber sechs Stunden Klettern ein befreiender Moment, den man aber dennoch nicht wirklich geniessen kann vor Erschoepfung und Muedigkeit, ich glaub ich war mein Leben noch nie so am A...usspannen.





















Die Sicht vom Gipfel aus.
















Jaja, ueber den Wolken. Nach dem anstrengenden Aufstieg denkt man, man hat die Hoelle hinter sich, aber dann kommt der Abstieg erst noch, da gehts echt nochmal richtig (berg)ab. Das einzig Schoene beim Runtergehen ist, dass man sieht, wieviel man gepackt hat, weil ich so muede war habe ich mich naemlich nur an ein paar Schluesselstellen erinnert.
















Und hier noch mal der Blick von ganz oben!




















Und das war dann beim Abstieg mein Leader Ruben, den ich fuer mich allein hatte, weil die Ellie, meine Partnerin auch sehr von der Hoehe betroffen war, dass sie ziemlich am Anfang zurueck ist. Leider war´s beim Abstieg wolkig und man sah nicht ganz so viel.


Zurueck am Fuss des Berges war ich so froh, dass ich erstmal den Boden gekuesst hab. Das war wirklich so anstrengend, einmal und nie wieder. Aber vale la pena, wie die Bolivianer sagen wuerden!!!

Und das Bild wollte ich eigentlich auch am Gipfel machen, da war´s aber uebertrieben windig und kalt:















Reinhold Messner: Das Bild ist fuer dich, du Lusche!!

War richtig coole Erfahrung. Sonst ist natuerlich auch ganz schoen viel passiert in La Paz. Es gibt jeden Tag Demonstrationen von allen Arbeitergruppen. Und wenn die Lehrer streiken, dann marschieren am naechsten Tag die Eltern, weil die Schulen geschlossen sind. Und dann gibt´s keine Busse und man muss ewig warten, bis man mal daheim ist, naja. Wenn´s zu Ausschreitungen kommt, dann wirft die Polizei auch mal mit Traenengas: Sehr traurig, hat mich auch zum Weinen gebracht...
Ausserdem waren wir neulich Forelle essen vom Titikakasee, riskant allerdings. Die werden gerne aufgehoben, wenn die Nachfrage nicht ganz so hoch ist. Bekam eine Mageninfektion.
Darueberhinaus wollen wir diese Woche als Volontaersausflug ins Gefaengnis San Pedro, lese ich gerade ein Buch drueber. Das ist wirklich krass, wie eine eigene kleine Stadt, dank der korruptiven Polizei ist bzw. war da alles moeglich, frueher gab es da richtige Touren fuer Touristen. In manchen Faellen der Gefangenen leben da sogar Frauen und Kinder mit denen im Kittchen. Man muss sich eine eigene Zelle kaufen und es gibt auch Kabelfernsehen und Internet, Restaurants, Aerzte, etc. Bin echt mal gespannt, wie´s wird.

Jo, bis zum naechsten Mal!!!

Freitag, 2. April 2010

Geburtstag des padre

So, nun will ich noch von Santa Cruz berichten, dort hatten wir Ende Januar naemlich noch unser Zwischenseminar mit vielen anderen, die auch Auslandsdienst machen, nur in anderen Laendern Suedamerikas, einer sogar vom fernen Nicaragua. Wir sind zusammen hingeflogen und waren dann in einem netten Hotel mit gutem Essen. Damit wir aber nicht nur die ganze Woche im Hotel drin waren, um unsere "Gedanken zu stricken", wie Max, der auch bei unserem Vorbereitungs- mitgearbeitet und das Zwischenseminar geleitet hat, so schoen sagt, haben wir auch einige Ausfluege unternommen. Der eine ging in eine Einrichtung fuer Strassenkinder, in dem auch ein kleiner Zoo integriert war.














Der arme eingesperrte Nasenbaer wollte meine Kamera zerkratzen.














Ein Tukan, schon echt schoen, mir tut´s halt nur immer Leid, wenn die dann eingesperrt werden...

Ein anderes Mal ging es dann in den mariposario - Schmetterlingspark. Es gab auch Schmetterlinge, aber war eigentlich eher so ein Entspannungspark.














Es gab einen See, wo man mit dem Kanu fahren konnte, haben wir uns natuerlich nicht lumpen lassen. Darueber hinaus gab´s Schwimmbecken, wo wir geplaudert haben, waehrend auf der Wiese nebenan eine chillige Rasta-music-band Bob Marley spielte. Und das alles dann bei 25º im Januar.
Ausserdem habe ich dort auch das erste Mal geritten fuer zehn Bollis. Da es mir ein bisschen zu langsam ging, hab ich mal meine Haxen reingetreten, da war ich dann aber als erster wieder da (nur mit Rueckenschmerzen)!














Auch gab's da eine Affeninsel, die Salemer Affeninsel, wie ich sie nennen wuerde!


















Ich vor der Affeninsel.

Am Ende des Seminares gab es dann noch Reflektion, Bewertung. Nicht nur Seminarbetreuer, sondern auch die Hotelverpflegung und Service und so bewerten. Da ich beim Einpacken eines meiner schoenen T-Shirts nicht mehr gefunden hatte, dachte ich, eine der Reinigungsfrauen haette ganz klebrige Finger gehabt. Habe da dann auch ganz dezent hingeschrieben: "Vermisse mein T-Shirt". Back in La Paz meinte dann der Jakob, mit dem ich ein Zimmer dort teilte, er habe es versehentlich eingepackt. So hatte ich mein T-Shirt wieder, ich hoff nur, die gute Frau traegt´s mir nicht nach...

Am 7. Maerz war der Geburtstag vom padre. 72 Jahre wurde er jung.


















Am Nachmittag gab es ein Fest, bei dem sehr viele Leute von der fundación da waren, sehr viele.














Die stellten sich dann alle in zwei Reihen auf und der padre durfte da durch laufen und hat allen die Hand geschuettelt. Ein entspannter Geburtstag.















Die verschiedenen Projekte fuehrten wieder alle was vor, wie hier das Maedchenheim einen netten Tanz!














Es gab auch coole Spiele mit lustigen Teilnehmern, wie hier die Lizzi, die im Essensraum immer rumschreit!














Oder hier zwei Cholitas. Eine davon heisst Albertina, mit der spart der Jonathan. Und die ist so cool drauf, wenn die einen gruesst, dann haut die aber immer ihre Hand in die deine rein, mit Schmackes aber!!!
Wir Volontaere haben ihm ein eigens geschriebenes Gedicht (auf deutsch aber) vorgetragen und ihn damit zu uns mal zum Essen eingeladen.

Abends hat der padre uns dann noch zu sich heim eingeladen.


















Da gab es dann leckeres Buffet mit vielen Haeppchen und Kuchen. Beinahe, wie es so oft bei Buffet ist, haette ich mich wieder ueberfressen. Ich konnte mich aber noch rechtzeitig an den Tag der deutschen Einheit erinnern, wo ich schon kaum mehr gehen konnte.


Jetzt zur Osterzeit, was es viel zu kaufen gibt - von der Marke Kinder: A Ueberraschungsoi, Wahnsinn!!! Nur ein bisschen ueberteuert, umgerechnet 80 Cent!

Und in einer Woche kommt dann der gute Herr Funke, der uns Volontaere auserkoren hat, um uns zu besuchen und zu ueberpruefen, ob die Zimmer auch aufgeraeumt sind!

Montag, 15. März 2010

Feliz Carnaval 2010















Ein naerrisches "Horig" aus La Paz hier! Etwas verspaetet, aber doch will ich vom hiessigen Karneval berichten! Am Fasnetsfreitag gab es von der fundación aus eine grosse Karnevalsfeier mit buntem Treiben auf der Strasse und danach im Lokal. Es war so, dass wieder jedes Projekt sich was ausdenken musste, Tanz oder sonstiges. Und auch da gab es dann einen Wettbewerb, den wir dann auch gewinnen sollten!














Das waren wir, verkleidet als sogenannte Cholitas. So nennen sich hier in Bolivien die weiblichen Einwohner, die sich solche Haare flechten, diese Roecke tragen und von der indigenen Kultur sind (sprechen auch alle noch eine andere Sprache aymará). Ihr Schoenheitsideal ist normalerweise in dicker Erscheinung, weil es heisst, die seien besonders fruchtbar. Cholitas verkaufen auf der Strasse und mit ihnen sparen wir auch, daher war es fuer uns ziemlich einfach, an solche Klamotten zu kommen fuer David, Jonathan und mich (v.r.n.l.)














Hier nochmal in lasziverer Pose...

Mit unseren Chefinnen, die sich als Maenner verkleidet haben, haben wir dann einen lustigen Traditionstanz aufgefuehrt, bei dem erst der Mann die Frau anmacht und die von ihm flieht und danach umgekehrt. Andere haben den Madagaskar-Tanz gemacht und wieder andere Rocky. Wir haben dann zwei Kasten Bier gewonnen und am naechsten Tag ging es dann frueh morgens nach Oruro (fast nicht aus dem Bett gekommen), wo der wohl beste Karneval in Bolivien stattfindet.















In Oruro tanzen sie dann fuer die Jungfrau Maria, wodurch es auch dann mehr mit Tradition zu tun hat. Das haelt die Jugend aber auch nicht vom Trinken ab, und vor allem Wasserbomben sind hier ein sehr beliebter Brauch, bis zur bitteren Erkaeltung! Die Kostueme bestehen aus Baeren, Teufeln, Engeln und TaenzerInnen. Der Umzug ging den ganzen Tag und am Ende waren wir dann auch ganz schoen erschoepft.

Rosenmontag und Fasnetsdienstag, wie man in Deutschland so lieblich sagt, gab es dann das sogenannte cha´lla. Hierbei wird Heim, Hof, Arbeitsplatz, bis hin zu den Haustieren alles was einem lieb und wichtig ist mit Alkohol und Konfetti eingeweiht und gesegnet. Ein sehr schoener Brauch, wie ich finde, bei dem natuerlich auch, wie bei so vielen bolivianischen Anlaessen, das Bier in rauhen Massen fliesst. So sah man auf den Strassen viele, viele betrunkene Cholitas, die die Arbeit einfach mal Arbeit sein liessen!


Ja, man kann schon sagen, dass der Alkohol hier nicht unerheblich zum Leben beitraegt. Vor zwei Wochen erst gab es Streiks. Von der Regierung wurde gefordert, dass die Busfahrer nicht mehr betrunken fahren duerfen. Das wurde von denen aber nicht so hingenommen, da gab es erst mal schoene freie Strassen (und fuer uns zwecks grosser Distanz zum Arbeitsplatz einen Tag frei :) ) und viele frustrierte Fussgaenger. Allerdings haben die Fahrer nichts wirklich erreicht und werden es daher wohl mal wieder versuchen.


Das letzte Mal habe ich noch von dem Ausflug nach Cochabamba mit den Maedels angefangen, hier also, ein schoener, aber nicht gerade entspannter Ausflug:

Wir kamen eines schoenen Abends an und uns wurde nicht so richtig gesagt, wo wir schlafen wuerden, so sind wir erst ein bisschen durch die Stadt gezogen um schliesslich an unsere "Herberge" zu kommen.
















Die schoene Aussicht von unserem Schlafplatz - dem Stadium... Ich dachte erst, wir wuerden alle auf dem Fussballrasen schlafen, weil wir so viele waren, es gab dann aber noch einen riessigen Schlafraum fuer alle im Gebaeude drin.















Auf einer der langen Busfahrten zu den Ausfluegen.



















Als Mittagssnack gab es fuer die MAEDAELS eine Banane, schoen, dass wir keine gehoerigen Schwierigkeiten hatten, die Schalen zu entsorgen. Da kam der gute Esel naemlich wie gerufen, nur mir tat er Leid, er hat bestimmt bis heute keinen festen Stuhl mehr gesehen.



















Highlight fuer die Maedschen, das wir am letzten Tag auch noch mal wiederholen mussten, das kuehle H2O!

Auch gingen wir an einen Ort, der der Jungfrau Maria (die virgencita wird hier oft vorgehoben und ihr wird auch dann immer viel geopfert) gewidmet war. Die ganzen Leute, die da hinkommen, kaufen draussen Spielgeld, das sie ihr opfern.
















Diese zwei waren darueber ganz froh und haben sich gleich rangemacht!



















Die glueckliche Valería zeigt ihren stolzen Fund. Sie ist die juengste vom Heim und ist auch schon sehr suess. Wenn sie mich ansprach sagte sie immer tio.

















Am naechsten Tag sind wir dann nochmal zur Christusstatue hochgelaufen.



















Ein Bild auf dem Weg herab. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ich glaube, die Maedchen haben um die 1300 Stufen gezaehlt. Wenn du da erst mal unten ankommst, da zittern dir die Knie dann aber wie Wackelpudding beim Hundert-Meter-Sprint!!














Und so wurde immer das Essen serviert, ein jedes hatte seinen Teller und Loeffel dabei, mit dem sich dann Essen abholen liess. Roger und ich leider nicht, uns wurde das nicht gesagt, aber die Maedels waren immer sehr nett und haben uns die ihrigen geliehen.


Anfang Maerz gings ab zum Volontaersausflug. Wenn man von La Paz so ueber die Anden blickt, dann erkennt man eine zackige Erhebung Richtung Sueden, diese wird muela del diablo, Zahn des Teufels genannt, zu dem sind wir hin.


















Hier sieht man ihn von nahem, kurz vor der Besteigung.


















Und hier sieht man die gefuerchteten Kollegen, die man schon im Kindergarten mit schrecklichen Beispielbildern kennenlernt: Karius und Baktus. Diese hier hoeren aber auch auf die Namen Marcia und Jonathan.














Blick ueber das herrliche und einmalige La Paz. Das war dann auch das Letzte, was das Gipfelbier gesehen hatte.















Das war beim Abstieg, sozusagen die bolivianische Alm. Mit vielen lustigen Tieren.



















Hier bin ich mit einem solchigen. Weil ich als Kind Ein Schweinchen namens Babe gesehen habe, dachte ich, ich beherrsche seine Sprache und habe es mit einer Anreihe melodischer OINKS angeredet. Sprach leider Dialekt...

Jo, soweit von mir, ueber meinen Blog soll ich auch noch alle Leser von meinen Besuchern, Gotti und Wolfram gruessen, die nun auch bolivianische Regenschirme schaetzen, weil diese sie begleitet und beschuetzt haben auf der ganzen Reise (bis sie geklaut wurden).